Wächter, Wärter oder Hüter – wer passt worauf auf?
Ein Wächter ist eine Person, die etwas bewacht und schützt, etwa ein Gebäude, ein Tor oder Menschen. Übertragen ist auch eine Instanz gemeint, die über die Einhaltung von Regeln wacht.
Ein Wächter bleibt wach, während andere schlafen – das steckt schon im Wort. Er passt nicht auf, damit nichts geschieht, sondern damit nichts Falsches geschieht. Heute heißt der Beruf meist Wachmann oder Sicherheitsdienst; Wächter klingt gehoben, historisch oder bildhaft – und taucht deshalb gern in Märchen, Fantasy-Romanen und Zeitungskommentaren auf.
- Person, die etwas bewacht. *Der Wächter schloss das Tor.*
- Hüter einer Sache (übertragen). *die Wächter der Verfassung*
- Gerät oder Programm, das überwacht. *Der Wächter meldet Rauch im Keller.*
Formen
| Form | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Wächter | ein strenger Wächter |
| Plural | die Wächter | zwei Wächter |
| Feminin | die Wächterin | die Wächterin am Eingang |
| Verb | wachen, bewachen | über etwas wachen |
| Komposita | Nachtwächter, Torwächter | der Nachtwächter |
Beispielsätze
- Der Nachtwächter zog mit Laterne und Hellebarde durch die Gassen.Historischer Beruf; heute Touristenführung in vielen Altstädten.
- Das Bundesverfassungsgericht gilt als Wächter der Verfassung.Übertragen: Kontrollinstanz.
- Pass auf, der Wächter sieht uns!Neutral, eher erzählerisch.
Wächter, Wärter, Hüter
- Wächter schützt etwas vor Gefahr von außen: ein Tor, ein Lager, ein Recht.
- Wärter betreut und beaufsichtigt: Gefängniswärter, Tierwärter, Leuchtturmwärter.
- Hüter ist gehoben und pflegend: Hüter des Feuers, Torhüter im Fußball.
- Im Grundgesetz (Art. 6 Abs. 2) heißt es, dass die staatliche Gemeinschaft über die Erziehung der Kinder „wacht“ – Juristen nennen das das staatliche Wächteramt.
Wie lautet die weibliche Form?
„die Wächterin“, Plural „die Wächterinnen“.
Ist „Wächter“ ein Beruf?
Kaum noch als Bezeichnung. Heute sagt man Wachmann, Sicherheitskraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit.