Was bedeutet Umweg – und warum erhöhen Umwege die Ortskenntnis?
Ein Umweg ist ein Weg, der nicht direkt, sondern über Umwege und damit länger zum Ziel führt; übertragen ein indirektes Vorgehen.
Der Umweg ist der Weg, den man eigentlich nicht nehmen wollte – wegen einer Baustelle, eines Staus oder aus Neugier. Ein Umweg kostet Zeit, schenkt aber manchmal genau das, was der direkte Weg nicht zeigt. Im übertragenen Sinn erreicht man etwas *auf Umwegen*, also nicht geradlinig – und mancher Lebenslauf besteht fast nur aus solchen Umwegen.
- Längerer Weg zum Ziel. *Wegen der Sperrung mussten wir einen Umweg fahren.*
- Indirektes Vorgehen. *Er erfuhr die Nachricht erst auf Umwegen.*
- Ungeplanter Abstecher. *Auf dem Heimweg machten wir einen Umweg über den Markt.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Umweg | maskulin |
| Genitiv | des Umweg(e)s | starke Endung |
| Plural | die Umwege | Endung -e |
| Wendung | auf Umwegen | indirekt |
| Gegenwort | Abkürzung | der kürzere Weg |
Beispiele
- Ohne Umwege kam sie zur Sache.Übertragen: direkt, ohne Einleitung.
- Der Umweg hat uns zwanzig Minuten gekostet.Alltagssprache; mit kosten verbunden.
- Über einige Umwege landete er schließlich beim Theater.Für Lebensläufe, die nicht geradlinig verlaufen.
Redensarten rund um den Umweg
- Umwege erhöhen die Ortskenntnis. – scherzhafter Trost, wenn man sich verfahren hat.
- ohne Umschweife / ohne Umwege – direkt und offen.
- einen Umweg in Kauf nehmen – Nachteile akzeptieren, um ein Ziel sicher zu erreichen.
- Gegenwort: Wer eine Abkürzung nimmt, spart Zeit; wer keinen Ausweg findet, steckt fest – das ist etwas ganz anderes.
Ist Umweg immer negativ?
Nein. Oft ist er lästig, aber man spricht auch vom lohnenden Umweg, etwa für eine schöne Aussicht.
Wie heißt das Gegenteil von Umweg?
Die Abkürzung oder der direkte Weg.