Traum oder Albtraum? Bilder der Nacht und Wünsche des Tages
Ein Traum ist eine Folge von Bildern und Erlebnissen während des Schlafs. Übertragen ist er ein sehnlicher Wunsch oder etwas, das man wunderschön findet.
Traum gehört der Nacht und dem Tag zugleich. Nachts erleben wir ihn, tagsüber verfolgen wir ihn. Ein Traum wird nicht wahr, weil man ihn träumt, sondern weil man aufwacht und etwas tut.
- Erlebnis im Schlaf. *Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum.*
- Sehnlicher Wunsch. *Ihr Traum ist ein Haus am Meer.*
- Etwas Wunderschönes. *Das Kleid ist ein Traum!*
- Unwirklichkeit, Täuschung. *Das Glück war nur ein schöner Traum.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus und Artikel | der Traum | der Traum vom Fliegen |
| Genitiv | des Traum(e)s | die Deutung des Traums |
| Plural | die Träume | süße Träume |
| Verb | träumen | von etwas träumen |
| Komposita | Albtraum, Traumberuf, Tagtraum | mein Traumberuf |
Beispielsätze
- Nicht im Traum hätte ich daran gedacht!Wendung: keinesfalls, überhaupt nicht.
- Der Urlaub war ein Traum.Umgangssprachlich: wunderbar.
- Für ihn ging ein Traum in Erfüllung.Feste Wendung: ein Wunsch wurde wahr.
Albtraum und andere Verwandte
Ein schlimmer Traum heißt *Albtraum* oder *Alptraum* – beide Schreibungen sind korrekt. Das *Alb* ist ein Nachtgeist aus dem Volksglauben, der sich Schlafenden auf die Brust setzt; verwandt ist das Wort mit *Elf*. Das deutsche *Traum* und das englische *dream* sind urverwandt, auch wenn *dream* im Altenglischen zunächst „Freude, Lärm“ bedeutete. Wer viel träumt, ist ein Träumer; was man sich ersehnt, ist ein Wunsch.
Was bedeutet „Traumfrau“ oder „Traummann“?
Ein idealer Partner, wie man ihn sich erträumt. Ähnlich gebildet sind *Traumhaus*, *Traumreise* und *Traumnote*.
Ist „Traum“ immer positiv?
Nein. Im Sinne von Wunsch oder Schönheit meist schon, aber ein Traum kann auch verstörend sein – dann spricht man vom Albtraum.