Elite: die Auslese – und warum das Wort polarisiert
Eine Elite ist eine kleine Gruppe von Menschen, die in einem Bereich als besonders leistungsfähig, einflussreich oder ausgewählt gilt.
Die Elite sind die Wenigen, die herausragen – im Sport, in der Wissenschaft, in Politik oder Wirtschaft. Zur Elite gehört nur, wer ausgewählt wurde; schon das Wort bedeutet „Auslese“. Je nach Tonfall klingt es bewundernd oder misstrauisch.
- Gruppe der Besten in einem Bereich. *Sie gehört zur Elite der europäischen Schwimmerinnen.*
- Führende, einflussreiche Schicht einer Gesellschaft. *Die politische Elite des Landes traf sich in Davos.*
- Ausgewählte Spitzeneinheit (Militär, Sport). *Nur die Elite der Truppe wurde eingesetzt.*
Formen und Wortfamilie
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Elite | feminin |
| Genitiv | der Elite | unverändert |
| Plural | die Eliten | -n |
| Adjektiv | elitär | oft abwertend: „sich abgrenzend“ |
| Komposita | Eliteuniversität, Elitetruppe, Elitedenken | häufig |
Beispielsätze
- Kritiker werfen den Eliten vor, den Kontakt zum Volk verloren zu haben.Plural im politischen Diskurs, oft kritisch.
- Das Internat gilt als elitär.„elitär“ hat meist einen negativen Beiklang.
- Mit der Exzellenzinitiative wollte Deutschland Eliteuniversitäten fördern.Bildungspolitik.
Herkunft und Wortgeschichte
Elite stammt aus dem Französischen *élite* „Auswahl, das Auserlesene“, zu *élire* „auswählen, wählen“, das wiederum auf lateinisch *eligere* zurückgeht. Aus derselben lateinischen Wurzel stammt auch das englische *elect*. Ursprünglich bezeichnete *élite* die beste Ware oder ausgesuchte Truppenteile. Die Soziologie unterscheidet heute Funktionseliten (Führungspersonal von Institutionen) und Machteliten (wer tatsächlich entscheidet). Wer über „die da oben“ spricht, meint meist Letztere.
Wie spricht man Elite aus?
[eˈliːtə], mit Betonung auf der zweiten Silbe und hörbarem e am Ende.
Ist „elitär“ dasselbe wie „Elite“?
Nein. Elite ist zunächst neutral, elitär klingt nach Abgrenzung und Überheblichkeit. Wer neutral bleiben will, spricht von einer Auswahl oder der Spitze.