Tal oder Thal? Warum das h verschwand

Ein Tal ist eine längliche Senke zwischen Bergen oder Hügeln, oft von einem Fluss geformt. Übertragen steht es für einen Tiefpunkt.

Ein Tal entsteht meist, wenn ein Fluss sich über lange Zeit ins Gelände gräbt. Zu beiden Seiten steigen Hänge oder Hügel an. Wer „zu Tal“ fährt, fährt bergab – in die Tiefe, nicht in die Ferne.

Formen

FormWortBeispiel
Genusdas Talein enges Tal
Genitivdes Tal(e)sder Grund des Tales
Pluraldie Tälergrüne Täler
Diminutivdas Tälchenein stilles Tälchen
KompositaTalsperre, Talfahrtdie Talfahrt der Aktie

Beispielsätze

Thal, Tal und der Neandertaler

Bis 1901 schrieb man häufig *Thal* mit h. Die Zweite Orthographische Konferenz strich das h in vielen deutschen Wörtern, deren Aussprache kein h verlangt, darunter *Thal*, *Thür* und *Thier*. Deshalb heißt das Neandertal bei Düsseldorf heute ohne h, während der wissenschaftliche Name *Homo neanderthalensis* die alte Schreibung bewahrt hat. Benannt ist das Tal nach dem Kirchenliederdichter Joachim Neander. Das Gegenstück zum Tal ist der Berg; flaches Land ohne Täler nennt man Ebene. In Ortsnamen ist *-tal* sehr häufig: Wuppertal, Zillertal, Ötztal.

Wie lautet der Plural von Tal?

„die Täler“, mit Umlaut. Die alte Form „Tale“ lebt nur in „zu Tale“ weiter.

Was bedeutet „über Berg und Tal“?

Quer durch die Landschaft, über weite Strecken – eine feste, etwas poetische Wendung.

Quellen

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