Spitzel: der heimliche Zuträger und sein schlechter Ruf
Ein Spitzel ist eine Person, die andere heimlich beobachtet oder aushorcht und ihre Erkenntnisse an Polizei, Geheimdienst oder Arbeitgeber weitergibt. Das Wort ist abwertend.
Niemand möchte Spitzel genannt werden. Das Wort bezeichnet jemanden, der sich das Vertrauen anderer erschleicht, um sie zu verraten. Ein Spitzel arbeitet nicht gegen einen fremden Staat, sondern gegen die Menschen in seiner Nähe. Deshalb klingt es noch verächtlicher als *Spion*.
- Heimlicher Zuträger der Polizei oder eines Geheimdienstes. *Ein Spitzel hatte die Gruppe an die Polizei verraten.*
- Person, die Kollegen oder Nachbarn aushorcht. *Im Betrieb galt er als Spitzel der Geschäftsleitung.*
Formen und Wortfamilie
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Spitzel | maskulin; selten die Spitzelin |
| Genitiv | des Spitzels | — |
| Plural | die Spitzel | unverändert |
| Verb | bespitzeln | heimlich überwachen |
| Nomen | die Bespitzelung | Vorgang |
Beispielsätze
- Die Stasi setzte Zehntausende Spitzel ein.Historischer Kontext DDR; amtlich hießen sie inoffizielle Mitarbeiter (IM).
- Sie fühlte sich von ihren Nachbarn bespitzelt.Verb mit Präfix be-, Passiv.
- Der Polizeispitzel flog nach zwei Jahren auf.Auffliegen = entdeckt werden.
Spitzel, Spion, Informant
- Spitzel – abwertend; betont Verrat im eigenen Umfeld.
- Spion – spioniert meist für einen Staat gegen einen anderen.
- Informant – neutral, gibt Informationen weiter, etwa an Journalisten.
- V-Mann (Vertrauensperson) – Behördenwort für einen bezahlten Informanten aus einem kriminellen oder extremistischen Milieu.
- In der DDR beschäftigte das Ministerium für Staatssicherheit zuletzt rund 189.000 inoffizielle Mitarbeiter; deshalb ist das Wort im Osten Deutschlands besonders belastet.
Ist Spitzel ein Schimpfwort?
Es ist eindeutig abwertend. Wer neutral bleiben will, sagt Informant oder Vertrauensperson.
Was bedeutet bespitzeln?
Jemanden heimlich beobachten und überwachen, meist um Informationen über ihn weiterzugeben.