Was bedeutet Provinz? Verwaltungsgebiet und abfälliges Urteil

Eine Provinz ist ein größeres Verwaltungsgebiet eines Staates, etwa in Italien oder Kanada. Umgangssprachlich bezeichnet „die Provinz“ das Land fernab der Großstädte, oft mit dem Beiklang des Rückständigen.

Die Provinz ist ein Wort mit doppeltem Boden. Sachlich bezeichnet es ein Gebiet in der Verwaltung, abwertend das Gegenteil der Großstadt. Wer etwas „provinziell“ nennt, meint selten die Landkarte, sondern den engen Horizont. Dabei ist die Provinz für viele schlicht die Heimat.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Provinzfeminin
Genitivder Provinzunverändert
Pluraldie Provinzen-en
Adjektivprovinziellabwertend: kleinkariert
KompositaProvinzstadt, Provinzhauptstadt, Provinznesthäufig

Beispiele

Herkunft: die Provence

Lateinisch *provincia* bezeichnete zuerst einen Amtsbereich eines römischen Beamten, dann ein erobertes Gebiet außerhalb Italiens, das von Rom aus verwaltet wurde. Die erste römische Provinz jenseits der Alpen in Gallien hieß einfach *Provincia* – daraus wurde der Name der *Provence*. In Deutschland gibt es heute keine Provinzen mehr, sondern Bundesländer; Preußen war dagegen bis 1945 in Provinzen gegliedert, etwa Ostpreußen oder die Rheinprovinz. Größere Verwaltungseinheiten anderswo heißen Region oder Departement.

Ist „Provinz“ eine Beleidigung?

Als Verwaltungsbegriff nicht. Umgangssprachlich kann *die Provinz* oder *provinziell* aber abwertend klingen, je nach Tonfall.

Hat Österreich Provinzen?

Nein, Österreich besteht aus neun Bundesländern. In Wien wird *Provinz* allerdings manchmal scherzhaft für den Rest des Landes gebraucht.

Quellen

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