Was bedeutet „Süden“ – und warum hieß er früher „Mittag“?

Der Süden ist die Himmelsrichtung, in der die Sonne auf der Nordhalbkugel mittags am höchsten steht. Außerdem bezeichnet er den südlichen Teil eines Landes oder der Welt.

Wer in den Süden fährt, denkt an Sonne, Meer und Urlaub. Früher hieß der Süden im Deutschen auch „Mittag“, weil die Sonne dort um zwölf Uhr steht. Das Gegenstück ist der Norden; Österreich und die Schweiz liegen im Süden des deutschen Sprachraums.

Formen

MerkmalFormBeispiel
Genusder Süden (maskulin), kein Pluralim Süden
KurzformSüd (ohne Artikel)Wind aus Süd
Adjektivsüdlichsüdlich der Alpen
PräfixSüd-Südtirol, Südwind
AbkürzungSKurs S

Beispielsätze

Herkunft: Süden und Mittag

Das Wort *Süden* gelangte im Mittelalter aus dem Niederdeutschen und Niederländischen (*suden*) ins Hochdeutsche; verwandt ist englisch *south*. Vorher war im Süddeutschen und in der Bibelsprache *Mittag* für diese Richtung üblich, entsprechend *Mitternacht* für Norden, *Morgen* für Osten und *Abend* für Westen. Diese Zuordnung folgt dem Sonnenstand: Mittags steht die Sonne auf der Nordhalbkugel genau im Süden. Luther schrieb noch „gegen Mittag“, wo wir heute „nach Süden“ sagen.

Ist Südtirol ein Teil Österreichs?

Nein. Südtirol gehört seit dem Vertrag von Saint-Germain (1919) zu Italien; Deutsch ist dort neben Italienisch und Ladinisch Amtssprache.

Was ist der „Globale Süden“?

Ein politischer Sammelbegriff für Länder, die wirtschaftlich benachteiligt sind; er beschreibt nicht nur die Lage auf der Landkarte.

Quellen

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