Segen: Bedeutung, Herkunft und Redewendungen
Segen ist der Zuspruch göttlichen Schutzes durch ein Gebet oder eine Geste. Übertragen bedeutet das Wort Zustimmung, Glück oder eine große Wohltat.
Ein Segen kann vom Altar kommen oder vom Chef. Wer seinen Segen gibt, sagt im Grunde nur: „Von mir aus – und viel Glück dabei.“ Das Gegenteil ist der Fluch, mit dem sich das Wort ein klassisches Paar bildet.
- Bitte um göttlichen Schutz, Segensspruch. *Am Ende des Gottesdienstes spricht der Pfarrer den Segen.*
- Zustimmung, Einverständnis (umgangssprachlich). *Die Eltern gaben dem Paar ihren Segen.*
- Glück, Wohltat. *Der Regen war ein Segen für die Bauern.*
- Ertrag, große Menge (ironisch). *Da kam der ganze Segen von oben herunter.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Segen | maskulin |
| Genitiv | des Segens | starke Beugung |
| Plural | die Segen | selten gebraucht |
| Verb | segnen, segnete, gesegnet | „Gott segne dich“ |
| Komposita | Kindersegen, Haussegen | Erntesegen, Reisesegen |
Beispielsätze
- Bei ihnen hängt der Haussegen schief.Redewendung: Es gibt Streit in der Familie.
- Meinen Segen hast du.Umgangssprachlich: Ich habe nichts dagegen.
- Das Geld war ein Segen und ein Fluch zugleich.Häufige Gegenüberstellung in Erzählungen.
Herkunft: das Zeichen des Kreuzes
Das Wort ist eine frühe Entlehnung aus der Kirchensprache: Das Verb *segnen* geht auf lateinisch *signare* (mit einem Zeichen versehen) zurück, gemeint ist das Kreuzzeichen. Aus althochdeutsch *seganōn* entstand dann das Substantiv *segan*, unser Segen. Verwandt ist also das Wort Signal. Der „Haussegen“ war ursprünglich ein gerahmter Segensspruch, der in vielen Wohnungen über der Tür hing; hing er schief, deutete man das scherzhaft als Zeichen für Unfrieden. Gesegnet wird bis heute in der Kirche, bei Hochzeiten und Taufen.
Was bedeutet „Segen bringen“?
Glück oder Nutzen stiften: Das Projekt hat der Region viel Segen gebracht.
Wer darf segnen?
In den Kirchen vor allem Geistliche; viele Gemeinden kennen aber auch den Segen durch Eltern oder Laien.