Ruck: plötzliche Bewegung und Ruck-Rede

Ein Ruck ist eine plötzliche, kurze und kräftige Bewegung. Übertragen steht das Wort für einen schnellen Wandel oder einen inneren Entschluss.

Ein Zug fährt an, ein Seil spannt sich, ein Entschluss fällt – all das kann mit einem Ruck geschehen. Ein Ruck dauert nur einen Augenblick, aber danach ist nichts mehr wie vorher. Das kurze Wort beschreibt Plötzlichkeit und Kraft zugleich.

Formen und Wortfamilie

MerkmalFormHinweis
Genusder Ruckmaskulin
Genitivdes Rucks / Ruckesbeide korrekt
Pluraldie Ruckeselten
Verbrücken, ruckenruckeln = leicht ruckend
Adjektivruckartig, ruckzuck„ruckzuck“ = sehr schnell

Beispiele

Ruck-Rede und Rucksack

1997 sagte Bundespräsident Roman Herzog in seiner Berliner Rede den viel zitierten Satz: *Durch Deutschland muss ein Ruck gehen.* Seitdem spricht man von der Ruck-Rede, wenn ein Politiker zum Aufbruch aufruft. Ein Stolperstein für Lernende ist der *Rucksack*: Er hat mit dem Ruck nichts zu tun. Das Wort kommt aus dem Oberdeutschen, wo *Rück* oder *Rugge* den Rücken bezeichnete – der Rucksack ist also ein „Rückensack“.

Was heißt „sich einen Ruck geben“?

Einen Moment des Zögerns überwinden und etwas endlich tun, wozu man keine Lust hatte.

Hat Ruck einen Plural?

Ja, die Rucke, er wird aber selten gebraucht; meist sagt man „mehrere Rucke“ oder umschreibt.

Quellen

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