Bude: vom Marktstand bis zur sturmfreien Studentenbude
Eine Bude ist ein einfacher kleiner Bau, etwa ein Verkaufsstand auf dem Markt. Umgangssprachlich meint das Wort auch eine kleine Wohnung oder ein Zimmer.
Die Bude ist ein bescheidenes Wort für bescheidene Räume. Auf dem Weihnachtsmarkt verkauft sie Glühwein, im Studentenleben ist sie das kleine Zimmer unterm Dach. Eine Bude muss nicht schön sein – Hauptsache, sie gehört einem. Der Ton ist locker, oft liebevoll, manchmal abschätzig.
- Einfacher Verkaufsstand. *An der Bude gibt es Bratwurst und Pommes.*
- Umgangssprachlich: Wohnung, Zimmer. *Komm doch heute Abend auf meine Bude.*
- Abwertend: baufälliges Haus, Hütte. *Die alte Bude fällt bald zusammen.*
- Fußballjargon: Tor. *Er hat in der zweiten Halbzeit noch eine Bude gemacht.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Bude | feminin |
| Genitiv | der Bude | unverändert |
| Plural | die Buden | Endung -n |
| Diminutiv | das Büdchen | im Rheinland: Kiosk |
| Komposita | Studentenbude, Würstchenbude, Bretterbude | sehr häufig |
Beispiele
- Am Wochenende habe ich sturmfreie Bude.Die Eltern sind weg, man hat die Wohnung für sich.
- Seine Fans rennen ihm die Bude ein.Redewendung: sehr viele Besucher kommen.
- Holen wir uns noch was am Büdchen?Rheinisch: kleiner Kiosk an der Ecke.
Redewendungen und Herkunft
Die Bude ist reich an festen Wendungen: Wer sturmfreie Bude hat, ist ungestört; wem man die Bude einrennt, der wird von Besuchern überrannt; wer die Bude auf den Kopf stellt, sucht alles durch oder feiert wild. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen *buode* und ist mit englisch *booth* verwandt – auch dort ist es ein Stand oder eine Kabine. Im Ruhrgebiet und Rheinland lebt die Trinkhalle als *Bude* oder *Büdchen* bis heute als Treffpunkt fort.
Was bedeutet »sturmfreie Bude«?
Man hat die Wohnung für sich, weil Eltern oder Mitbewohner nicht da sind.
Ist Bude abwertend?
Nicht unbedingt. Meist ist es locker und umgangssprachlich, kann aber auch ein schäbiges Gebäude bezeichnen.