Ente: Wasservogel, Falschmeldung und Kultauto
Eine Ente ist ein Wasservogel mit breitem Schnabel und Schwimmfüßen. Übertragen bezeichnet das Wort eine Falschmeldung in der Presse und umgangssprachlich den Citroën 2CV.
Die Ente schwimmt im Stadtpark, landet als Braten auf dem Teller und taucht gelegentlich sogar in der Zeitung auf – dann allerdings als Falschmeldung. Eine Zeitungsente quakt nicht, sie schnattert nur Unsinn. Kaum ein Tiername hat so viele Nebenbedeutungen.
- Wasservogel. *Die Kinder füttern die Enten am Teich.*
- Falschmeldung, Zeitungsente. *Die Nachricht vom Rücktritt war eine Ente.*
- Umgangssprachlich: Citroën 2CV. *Mit der alten Ente fuhren sie bis nach Spanien.*
- Medizin: Urinflasche für Bettlägerige. *Die Pflegerin brachte ihm die Ente.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Ente | feminin |
| Genitiv | der Ente | unverändert |
| Plural | die Enten | Endung -n |
| Männchen | der Erpel | auch: Enterich |
| Komposita | Stockente, Entenbraten, Zeitungsente | häufig |
Beispiele
- Zu Weihnachten gibt es Ente mit Rotkohl.Kulinarisch, oft ohne Artikel.
- Er ist eine lahme Ente.Abwertend: langsamer, träger Mensch.
- Die Meldung entpuppte sich als Ente.Pressejargon für eine Falschmeldung.
Warum heißt eine Falschmeldung Ente?
Die Herkunft der Zeitungsente ist nicht sicher geklärt. Häufig wird sie auf das französische *canard* zurückgeführt, das ebenfalls »Ente« und »Falschmeldung« bedeutet; die Wendung *vendre un canard à moitié* (»eine Ente zur Hälfte verkaufen«) meinte einen Betrug. Ein anderer, aber unbelegter Deutungsversuch erklärt das Wort mit dem Kürzel »N. T.« für *non testatum*, »nicht bestätigt«. Sicher ist nur: Eine Ente ist das Gegenteil einer seriösen Meldung.
Wie heißt die männliche Ente?
Das Männchen heißt Erpel, regional auch Enterich.
Was ist eine Zeitungsente?
Eine falsche Nachricht, die von den Medien verbreitet wurde.