Saft: Getränk, Pflanzenflüssigkeit und umgangssprachlich Strom
Saft ist die Flüssigkeit aus Obst, Gemüse oder Pflanzen, vor allem als Getränk. Umgangssprachlich bezeichnet das Wort auch elektrischen Strom oder Kraft.
Der Saft steht morgens auf dem Frühstückstisch, steckt in jeder Pflanze und fehlt dem Handy, wenn der Akku leer ist. Saft ist überall dort, wo etwas Lebendiges oder Kraftvolles fließt. Das macht das Wort so vielseitig.
- Getränk aus Obst oder Gemüse. *Ich hätte gern einen Saft aus frischen Orangen.*
- Flüssigkeit in Pflanzen oder Fleisch. *Der Braten verliert beim Schneiden viel Saft.*
- Umgangssprachlich: elektrischer Strom. *Die Batterie hat keinen Saft mehr.*
- Kraft, Schwung. *Dem Film fehlt es an Saft.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Saft | maskulin |
| Genitiv | des Saft(e)s | beide Formen korrekt |
| Plural | die Säfte | mit Umlaut |
| Adjektiv | saftig | z. B. saftiges Obst, saftige Strafe |
| Komposita | Apfelsaft, Fruchtsaft, Magensaft | sehr häufig |
Beispiele
- Ein Glas Apfelsaft, bitte.Alltagssprache; mit Wasser gemischt heißt er Apfelschorle.
- Lass ihn ruhig im eigenen Saft schmoren.Redewendung: jemanden mit seinem Problem allein lassen.
- Das war eine saftige Rechnung.Saftig = übertrieben hoch, umgangssprachlich.
Redewendungen und Wortgeschichte
- Im eigenen Saft schmoren – sich selbst überlassen bleiben, ohne Hilfe.
- Ohne Saft und Kraft – fade, kraftlos, langweilig.
- Saft stammt aus dem althochdeutschen *saf* und ist mit dem englischen *sap* (Pflanzensaft) verwandt – nicht mit *juice*, das aus dem Französischen kommt.
Was ist der Unterschied zwischen Saft und Nektar?
Fruchtsaft besteht zu 100 Prozent aus Frucht. Nektar enthält zusätzlich Wasser und oft Zucker, der Fruchtanteil ist gesetzlich geringer.
Warum sagt man Saft für Strom?
Weil Strom wie eine Flüssigkeit durch Leitungen „fließt“. Das Bild ist umgangssprachlich und sehr verbreitet.