Pardon! Höfliche Entschuldigung und alter Begriff für Gnade
Pardon ist eine höfliche Entschuldigungsformel aus dem Französischen („Verzeihung!“). Als Substantiv bedeutet es Nachsicht oder Gnade, vor allem in der Wendung „kein Pardon kennen“.
Wer im Gedränge jemanden anstößt, sagt vielleicht Pardon! – das klingt eine Spur eleganter als ein schlichtes „Entschuldigung“. Pardon ist das kleinste Wort, mit dem man sich auf Deutsch auf Französisch entschuldigen kann. Es wird französisch ausgesprochen, mit nasalem Schluss: [parˈdõː].
- Entschuldigungsformel (Interjektion). *Pardon, ist dieser Platz noch frei?*
- Nachsicht, Verzeihung (Substantiv). *Er bat um Pardon für die Verspätung.*
- Historisch: Schonung im Kampf, Gnade. *Die Belagerten erhielten kein Pardon.*
Formen und Gebrauch
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Wortart | Interjektion / Substantiv | je nach Satz |
| Genus | das Pardon | älter auch: der Pardon |
| Genitiv | des Pardons | selten |
| Plural | — | kaum gebräuchlich |
| Wendung | kein Pardon kennen | rücksichtslos sein |
Beispiele
- Pardon, ich habe Sie nicht gesehen.Höflich, etwas gehoben; in der Schweiz alltäglich.
- Bei Verspätungen kennt unsere Lehrerin kein Pardon.Umgangssprachlich: keine Nachsicht, sofortige Konsequenz.
- Wie bitte? – Pardon, ich wiederhole die Frage.Auch als Nachfrage, wenn man etwas nicht verstanden hat.
Herkunft und regionaler Gebrauch
Das Wort kam im 17. Jahrhundert aus dem Französischen, wo *pardon* auf das spätlateinische *perdonare* „vergeben, schenken“ zurückgeht. Zuerst war es vor allem ein Wort des Militärs: *Pardon geben* hieß, einen besiegten Gegner zu schonen. In der Schweiz ist *Pardon* bis heute eine ganz alltägliche Entschuldigung, auch neben dem verwandten *Merci*. In Deutschland wirkt es eher gepflegt oder leicht altmodisch; dort sagt man häufiger „Entschuldigung“ oder „Verzeihung“.
Ist Pardon unhöflich oder ironisch?
Nein, es ist höflich. Nur ein übertrieben betontes „Pardon!“ kann spöttisch klingen.
Was heißt „kein Pardon kennen“?
Keine Nachsicht zeigen, also streng und unnachgiebig sein – wie ein Gegner im Kampf, der niemanden schont.