Öde: leer, langweilig und ohne Leben
Öde beschreibt eine leere, verlassene Gegend oder etwas sehr Langweiliges. Als Substantiv bezeichnet die Öde eine trostlose, unbewohnte Landschaft.
Das Adjektiv öde passt zu einer kahlen Landschaft ebenso wie zu einem zähen Nachmittag. Was öde ist, dem fehlt das Leben – draußen in der Landschaft oder drinnen im Kopf. Daneben gibt es das Substantiv *die Öde*, eine weite, leere Fläche.
- Leer, verlassen, unbewohnt. *Eine öde Gegend ohne Baum und Strauch.*
- Langweilig, eintönig. *Der Vortrag war ziemlich öde.*
- Substantiv: trostlose Landschaft. *Sie wanderten tagelang durch die Öde.*
Formen und Steigerung
| Form | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Positiv | öde | ein ödes Wochenende |
| Komparativ | öder | noch öder als gestern |
| Superlativ | am ödesten | die ödeste Stunde |
| Substantiv | die Öde | die Öde der Steppe |
| Verb | veröden, öden (selten) | das Dorf verödet |
Beispiele
- Mann, ist das öde hier!Jugend- und Umgangssprache: Ausdruck der Langeweile.
- Viele Innenstädte veröden, weil Geschäfte schließen.Veröden = leer und leblos werden.
- Die Insel lag öd und leer vor ihnen.Gehoben auch ohne -e: öd; die Wendung öd und leer ist fest.
Herkunft
*Öde* geht auf althochdeutsch *ōdi* zurück, das „leer, verlassen“ bedeutete. Verwandt ist das Wort mit dem gotischen *auþs* für „wüst“. Eine Öde ähnelt einer Wüste, ist aber nicht unbedingt trocken – auch eine leere Moorlandschaft kann so heißen. In Österreich hört man umgangssprachlich besonders häufig die verkürzte Form *öd*: *Das ist so öd!*
Schreibt man öde groß oder klein?
Als Adjektiv klein (öde), als Substantiv groß (die Öde).
Was ist ein anderes Wort für öde?
Je nach Sinn: langweilig, eintönig, fad – oder leer, verlassen, trostlos.