„Fehl am Platz“ und „ohne Fehl“: ein Wort, das nur noch in Wendungen lebt

„Fehl“ ist ein altes Wort für Fehler oder Makel. Heute kommt es vor allem in festen Wendungen wie „fehl am Platz“ und „ohne Fehl und Tadel“ sowie als Bestimmungswort (Fehlstart, Fehlkauf) vor.

Das Wort fehl begegnet uns fast nur noch in festen Verbindungen. Wer sich „fehl am Platz“ fühlt, merkt, dass er nicht dorthin gehört, wo er gerade ist. Daneben steckt *Fehl-* in zahlreichen Zusammensetzungen, die etwas Missglücktes bezeichnen.

Formen und Wortfamilie

FormBeispielHinweis
Adverbfehl am Platz(e)feste Wendung
Substantivder Fehlnur „ohne Fehl“
PräfixFehl-Fehlkauf, Fehlalarm, Fehlgeburt
Verbzusatzfehlschlagen, fehlgehentrennbar: schlug fehl
Verwandtfehlen, Fehlergleiche Wurzel

Beispielsätze

Herkunft

*Fehl* und *fehlen* gehen auf mittelhochdeutsch *vælen* zurück, das aus altfranzösisch *faillir*, „verfehlen, mangeln“, entlehnt wurde. Dahinter steht lateinisch *fallere*, „täuschen“. Das englische *fail* hat dieselbe Herkunft. Erst aus dem Verb entstanden das Substantiv *Fehl* und später der *Fehler*. Die Formel „ohne Fehl und Tadel“ stammt aus der Ritterdichtung; der französische Ritter Bayard trug den Beinamen *le chevalier sans peur et sans reproche*, „ohne Furcht und Tadel“.

Schreibt man „fehl am Platz“ oder „fehl am Platze“?

Beides ist richtig; die Form mit -e ist älter und klingt gehobener.

Schreibt man fehlschlagen zusammen?

Ja, im Infinitiv und Partizip: *fehlschlagen, fehlgeschlagen*. Im Präsens trennt man: *Es schlägt fehl.*

Quellen

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