Was die Nase alles kann – Bedeutung und Redewendungen
Die Nase ist das Riech- und Atemorgan mitten im Gesicht. Übertragen steht sie für Gespür, Neugier und vorstehende Teile von Gegenständen.
Die Nase riecht, atmet und – in der deutschen Sprache – urteilt. Wer „die Nase voll hat“, hat genug; wer „eine gute Nase“ hat, ahnt, was kommt. Kaum ein Körperteil steckt in so vielen Redewendungen.
- Riech- und Atemorgan. *Ich habe mir die Nase gestoßen.*
- Spürsinn, Gespür. *Sie hat eine Nase für gute Geschäfte.*
- Vorsprung an Gegenständen. *Die Nase des Flugzeugs glänzte in der Sonne.*
- Person (umgangssprachlich). *Pro Nase kostet es zehn Euro.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Nase | feminin |
| Plural | die Nasen | ohne Umlaut |
| Diminutiv | das Näschen | mit Umlaut |
| Adjektiv | naseweis | vorlaut, besserwisserisch |
| Komposita | Nasenbluten, Stupsnase, Spürnase | Spürnase = Detektiv |
Beispielsätze
- Ich habe die Nase voll von diesem Wetter!Umgangssprachlich: Ich habe genug.
- Steck deine Nase nicht in fremde Angelegenheiten.Sei nicht neugierig.
- Er hat mich an der Nase herumgeführt.Redewendung: getäuscht, zum Narren gehalten.
Redewendungen
- sich an die eigene Nase fassen – zuerst die eigenen Fehler sehen
- die Nase rümpfen – etwas abschätzig betrachten
- jemandem auf der Nase herumtanzen – sich nichts sagen lassen
- immer der Nase nach – geradeaus, ohne Umwege
- vor der Nase wegschnappen – im letzten Moment wegnehmen, etwa den Parkplatz
Woher kommt „an der Nase herumführen“?
Vermutlich vom Nasenring: Tiere wie Bullen und Bären führte man an einem Ring durch die Nase. Wer herumgeführt wird, folgt willenlos.