Muse oder Muße? Göttin der Künste und Quelle der Inspiration
Eine Muse ist in der griechischen Mythologie eine der neun Göttinnen der Künste und Wissenschaften. Übertragen ist eine Muse ein Mensch, der Künstler inspiriert.
Die Muse küsst Dichter, Maler und Musiker – so jedenfalls die Redewendung. In der Antike waren die Musen neun Göttinnen, Töchter des Zeus und der Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung. Jede war für eine Kunst zuständig, etwa Kalliope für das Epos oder Terpsichore für den Tanz. Wer von der Muse geküsst wird, dem fällt plötzlich etwas ein.
- Göttin der Künste in der griechischen Mythologie. *Homer ruft zu Beginn der Odyssee die Muse an.*
- Person, die einen Künstler inspiriert. *Sie war jahrelang die Muse des Malers.*
- Künstlerische Eingebung. *Heute hat mich die Muse leider nicht geküsst.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Muse | Femininum |
| Genitiv | der Muse | unverändert |
| Plural | die Musen | -n |
| Adjektiv | musisch | künstlerisch begabt |
| Verwandte | Museum, Musik | gleiche Wurzel |
Muse im Satz
- Ihn hat wohl die Muse geküsst.Scherzhaft: er ist plötzlich kreativ.
- Die Fotografin gilt als Muse des Designers.Moderne, übertragene Bedeutung.
- Endlich habe ich Muße zum Lesen.Achtung: Muße mit ß = freie Zeit, Ruhe.
Muse, Museum und Musik
- Museum – griechisch *museion*, ursprünglich ein Heiligtum der Musen, später eine Stätte der Gelehrsamkeit in Alexandria.
- Musik – von *mousikē (téchnē)*, „die Kunst der Musen“.
- Muße – nicht verwandt! Es kommt von althochdeutsch *muoza* „freie Zeit“ und wird mit langem u und ß geschrieben.
- Musisch – künstlerisch veranlagt, etwa „ein musisches Gymnasium“.
Wie viele Musen gibt es?
In der klassischen Überlieferung neun, darunter Kalliope, Klio, Erato, Euterpe und Thalia.
Was ist der Unterschied zwischen Muse und Muße?
Die Muse ist die Göttin oder Person, die inspiriert. Muße mit ß bedeutet Ruhe und freie Zeit.