Mühe oder Mühle? Anstrengung mit einem kleinen, wichtigen h
Mühe ist die Anstrengung, die man für etwas aufwendet, und die Beschwerlichkeit, die eine Aufgabe mit sich bringt. Wer sich Mühe gibt, strengt sich an.
Die Mühe ist der Preis, den man für ein Ergebnis zahlt. „Gib dir Mühe!“ ist einer der ersten Sätze, die deutsche Schulkinder auf ihren Heften lesen. Wer etwas „mühelos“ schafft, beeindruckt; wer es nur „mit Müh und Not“ schafft, hat Glück gehabt.
- Anstrengung, Fleiß. *Sie hat sich große Mühe mit dem Kuchen gegeben.*
- Beschwerlichkeit, Schwierigkeit. *Er hatte Mühe, die Treppe hinaufzukommen.*
- Aufwand (höflich). *Machen Sie sich keine Mühe!*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Mühe | viel Mühe |
| Genitiv | der Mühe | trotz aller Mühe |
| Plural | die Mühen | die Mühen des Alltags |
| Adjektiv | mühsam | ein mühsamer Weg |
| Verb | sich bemühen | sich um eine Stelle bemühen |
Beispiele
- Die Mühe hat sich gelohnt.Häufige Wendung nach einer gelungenen Anstrengung.
- Wir haben den Zug mit Müh und Not erreicht.Feste Paarformel: gerade noch, sehr knapp.
- Das ist nicht der Mühe wert.Genitiv: Der Aufwand lohnt sich nicht.
Mühe oder Mühle?
Mühe und Mühle unterscheiden sich nur durch ein l, haben aber verschiedene Wurzeln. Die Mühe kommt vom althochdeutschen *muohī* und gehört zu *mühen* „plagen“. Die Mühle geht auf das lateinische *molina* zurück und gehört zu *mahlen*. Trotzdem passen beide gut zusammen: Die Arbeit in der Mühle war früher eine große Mühe. Das *h* in *Mühe* ist ein Dehnungs-h und zeigt das lange ü an. Ein naher Verwandter im Sinn ist die Arbeit.
Was bedeutet „sich Mühe geben“?
Sich anstrengen, sorgfältig arbeiten.
Sagt man „mit Mühe und Not“ oder „mit Müh und Not“?
Beides ist möglich; die verkürzte Form „mit Müh und Not“ ist im Alltag häufiger.