„Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch“ – über das Mitleid

Mitleid ist das Gefühl, am Leid eines anderen innerlich teilzunehmen, verbunden mit dem Wunsch, zu helfen oder zu trösten.

Mitleid heißt wörtlich: mit jemandem leiden. Mitleid kann trösten – oder kränken, wenn es von oben herab kommt. Es ist ein Gefühl, das Menschen verbindet, aber auch Abstand schaffen kann.

Formen

MerkmalFormBeispiel
Genusdas Mitleidaus Mitleid
Genitivdes Mitleidsein Zeichen des Mitleids
Plural—kein Plural
Adjektivemitleidig, mitleidslosein mitleidiger Blick
Verwandtbemitleiden, mitleiderregendein mitleiderregender Anblick

Beispielsätze

Mitleid in der Philosophie

Für Gotthold Ephraim Lessing war Mitleid der Kern der Tragödie und der Moral. In einem Brief schrieb er 1756: „Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch.“ Das Theater sollte das Publikum fähig machen, mit anderen zu fühlen. Arthur Schopenhauer machte das Mitleid später zur Grundlage seiner ganzen Ethik. Friedrich Nietzsche dagegen kritisierte es scharf, weil es das Leiden vermehre und den Bemitleideten erniedrige. Heute spricht man oft lieber von Mitgefühl oder Empathie, um den herablassenden Beiklang zu vermeiden.

Was ist der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl?

Mitgefühl ist neutraler und schließt auch Freude ein. Mitleid bezieht sich nur auf Leid und kann herablassend klingen.

Ist „mitleidig“ dasselbe wie „mitleidend“?

*Mitleidig* beschreibt einen Menschen voller Mitleid; *mitleidend* betont, dass er das Leid wirklich mitempfindet, etwa mit ganzem Herzen.

Quellen

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