„Es tut mir leid“: Warum hier klein geschrieben wird
Leid ist großer seelischer oder körperlicher Schmerz, Kummer oder Unglück. In der Wendung „es tut mir leid“ drückt das kleingeschriebene „leid“ Bedauern aus.
Das Substantiv Leid bezeichnet tiefen Schmerz und Kummer, etwa durch Krieg, Krankheit oder Verlust. Im Alltag begegnet es einem aber meist kleingeschrieben: „Es tut mir leid“ schreibt man seit der Reform von 2006 wieder klein, weil „leid“ hier wie ein Adjektiv wirkt.
- Schmerz, Kummer, Unglück. *Der Krieg brachte unermessliches Leid über das Land.*
- Bedauern (in „leidtun“). *Es tut mir leid, dass ich zu spät bin.*
- Überdruss (in „etwas leid sein“). *Ich bin das ewige Warten leid.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | das Leid | Neutrum |
| Genitiv | des Leides / des Leids | |
| Plural | — | kein Plural üblich |
| Verb | leiden, litt, gelitten | stark, Perfekt mit „haben“ |
| Ableitungen | leider, leidig, Mitleid |
Leid in Beispielsätzen
- Sie teilten Freud und Leid.Paarformel: gute und schlechte Zeiten.
- Das tut mir wirklich leid.Klein: „leidtun“ als Verbgefüge.
- Er hat niemandem ein Leid getan.Gehoben/veraltet: jemandem schaden.
Leicht verwechselt
- Leid (Schmerz) und Lied (Gesang) – nur die Buchstabenfolge ie/ei unterscheidet sie.
- leidtun vs. Leid tun: Korrekt ist „es tut mir leid“; „Leid tun“ ist veraltet.
- leider ist das Adverb des Bedauerns: „Leider regnet es.“
- Gegenstück ist die Freude; verwandt im Sinn sind Schmerz und Kummer.
Woher kommt das Wort Leid?
Von althochdeutsch *leid* „betrübend, verhasst, unangenehm“; im Mittelhochdeutschen bedeutete *leit* auch Beleidigung und Kränkung. Das englische *loath* („abgeneigt“) ist damit verwandt – daher passt auch „ich bin es leid“.
Heißt es „Es tut mir Leid“?
Nein. Nach geltender Rechtschreibung schreibt man „Es tut mir leid“ klein, ebenso „leidtun“ als ein Wort im Infinitiv: „Das muss dir nicht leidtun.“