Der Marsch oder die Marsch? Fußweg, Musikstück und Küstenland

Der Marsch ist ein Fußweg in geordnetem Schritt sowie ein Musikstück in diesem Takt. Die Marsch dagegen ist fruchtbares, flaches Schwemmland an der Nordseeküste.

Hinter Marsch verbergen sich eigentlich zwei Wörter. Das eine kommt aus dem Militär und der Musik, das andere von der Nordseeküste. Wer auf den Marsch geht, braucht Ausdauer; wer in der Marsch lebt, braucht gute Deiche. Erst der Artikel verrät, was gemeint ist.

Formen

Merkmalder Marschdie Marsch
BedeutungFußweg, MusikstückKüstenland
Genitivdes Marschesder Marsch
Pluraldie Märschedie Marschen
Verbmarschieren—
KompositaProtestmarsch, TrauermarschMarschland, Elbmarsch

Beispiele

Zwei Wörter, zwei Herkünfte

Der Marsch kam im 16. Jahrhundert aus dem Französischen *marche* ins Deutsche und ist mit *marschieren* verwandt. Die Marsch dagegen ist ein altes germanisches Wort, verwandt mit englisch *marsh* „Sumpf“ und wohl auch mit Meer. Es bezeichnet Land, das das Meer im Laufe der Zeit angeschwemmt hat. Auch die Landschaft *Dithmarschen* in Schleswig-Holstein trägt das Wort im Namen. Die Redewendung *jemandem den Marsch blasen* bedeutet, ihn heftig zurechtzuweisen.

Wie lautet der Plural von Marsch?

Der Marsch bildet die Märsche, die Marsch die Marschen.

Ist Marschland ein Sumpf?

Nein, eingedeichte Marsch ist fruchtbarer Ackerboden; das englische marsh meint eher Feuchtgebiete.

Quellen

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