Der Marsch oder die Marsch? Fußweg, Musikstück und Küstenland
Der Marsch ist ein Fußweg in geordnetem Schritt sowie ein Musikstück in diesem Takt. Die Marsch dagegen ist fruchtbares, flaches Schwemmland an der Nordseeküste.
Hinter Marsch verbergen sich eigentlich zwei Wörter. Das eine kommt aus dem Militär und der Musik, das andere von der Nordseeküste. Wer auf den Marsch geht, braucht Ausdauer; wer in der Marsch lebt, braucht gute Deiche. Erst der Artikel verrät, was gemeint ist.
- Der Marsch: längerer Fußweg im Gleichschritt. *Die Soldaten waren drei Tage auf dem Marsch.*
- Der Marsch: Musikstück im geraden Takt. *Die Kapelle spielte einen Marsch.*
- Marsch! (Interjektion): Befehl zum Aufbruch. *Ab ins Bett, marsch!*
- Die Marsch: flaches Schwemmland an der Küste. *In der Marsch grasen Schafe hinter dem Deich.*
Formen
| Merkmal | der Marsch | die Marsch |
|---|---|---|
| Bedeutung | Fußweg, Musikstück | Küstenland |
| Genitiv | des Marsches | der Marsch |
| Plural | die Märsche | die Marschen |
| Verb | marschieren | — |
| Komposita | Protestmarsch, Trauermarsch | Marschland, Elbmarsch |
Beispiele
- Nach einem Marsch von 20 Kilometern waren alle erschöpft.Auch zivil: lange Wanderung.
- Der Hochzeitsmarsch von Mendelssohn ist weltberühmt.Musikalische Bedeutung.
- Die Dithmarscher Marsch gehört zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands.Geografischer Fachbegriff, vor allem in Norddeutschland.
Zwei Wörter, zwei Herkünfte
Der Marsch kam im 16. Jahrhundert aus dem Französischen *marche* ins Deutsche und ist mit *marschieren* verwandt. Die Marsch dagegen ist ein altes germanisches Wort, verwandt mit englisch *marsh* „Sumpf“ und wohl auch mit Meer. Es bezeichnet Land, das das Meer im Laufe der Zeit angeschwemmt hat. Auch die Landschaft *Dithmarschen* in Schleswig-Holstein trägt das Wort im Namen. Die Redewendung *jemandem den Marsch blasen* bedeutet, ihn heftig zurechtzuweisen.
Wie lautet der Plural von Marsch?
Der Marsch bildet die Märsche, die Marsch die Marschen.
Ist Marschland ein Sumpf?
Nein, eingedeichte Marsch ist fruchtbarer Ackerboden; das englische marsh meint eher Feuchtgebiete.