Gedicht: Sprache in Versen – und ein Lob für gutes Essen
Ein Gedicht ist ein sprachliches Kunstwerk in Versen, oft mit Reim, Rhythmus und bildhafter Sprache. Umgangssprachlich nennt man auch etwas Hervorragendes „ein Gedicht“.
Ein Gedicht sagt mit wenigen Worten oft mehr als ein ganzer Roman. Reime, Rhythmus und Bilder verdichten Gefühle und Gedanken. Ein gutes Gedicht kann man auswendig lernen – und es begleitet einen ein Leben lang. Die Kunst, Gedichte zu schreiben, heißt Poesie oder Lyrik.
- Sprachkunstwerk in Versen. *Wir lernen ein Gedicht von Goethe auswendig.*
- Umgangssprachlich: etwas Vorzügliches. *Dieser Kuchen ist ein Gedicht!*
- Kurzer Gelegenheitstext in Versen. *Zum Geburtstag schrieb sie ihm ein kleines Gedicht.*
Formen und Fachbegriffe
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | das Gedicht | neutrum |
| Genitiv | des Gedicht(e)s | beide Formen korrekt |
| Plural | die Gedichte | Endung -e |
| Bausteine | Vers, Strophe, Reim | Fachbegriffe der Lyrik |
| Komposita | Liebesgedicht, Naturgedicht, Gedichtband | häufig |
Beispiele
- Das Gedicht besteht aus vier Strophen zu je vier Versen.Typische Beschreibung im Deutschunterricht.
- Rilke hat einige der bekanntesten deutschsprachigen Gedichte geschrieben.Plural: die Gedichte.
- Die Soße war ein Gedicht!Umgangssprachliches Lob, vor allem beim Essen.
Herkunft: von dichten
Gedicht ist eine Bildung zum Verb dichten, das auf althochdeutsch *tihtōn* zurückgeht und mit lateinisch *dictare* („vorsagen, diktieren“) verwandt ist. Ursprünglich war ein Gedicht ganz allgemein alles schriftlich Abgefasste – auch Prosa. Erst seit dem 18. Jahrhundert meint es fast nur noch Texte in Versen. Ein Vers ist eine Gedichtzeile, mehrere Verse bilden eine Strophe. Wer Gedichte verfasst, ist ein Dichter oder eine Dichterin. Interessant: Das Wort *Gedicht* hat nichts mit *dicht* zu tun, auch wenn Gedichte oft „verdichtete“ Sprache genannt werden – das ist ein beliebtes Wortspiel.
Muss sich ein Gedicht reimen?
Nein. Viele moderne Gedichte verzichten auf Reim und festen Rhythmus; man spricht dann von freien Versen.
Was ist der Unterschied zwischen Gedicht und Lied?
Ein Lied ist zum Singen gedacht und hat eine Melodie. Viele Gedichte wurden aber vertont, etwa von Schubert.