Gedicht: Sprache in Versen – und ein Lob für gutes Essen

Ein Gedicht ist ein sprachliches Kunstwerk in Versen, oft mit Reim, Rhythmus und bildhafter Sprache. Umgangssprachlich nennt man auch etwas Hervorragendes „ein Gedicht“.

Ein Gedicht sagt mit wenigen Worten oft mehr als ein ganzer Roman. Reime, Rhythmus und Bilder verdichten Gefühle und Gedanken. Ein gutes Gedicht kann man auswendig lernen – und es begleitet einen ein Leben lang. Die Kunst, Gedichte zu schreiben, heißt Poesie oder Lyrik.

Formen und Fachbegriffe

MerkmalFormHinweis
Genusdas Gedichtneutrum
Genitivdes Gedicht(e)sbeide Formen korrekt
Pluraldie GedichteEndung -e
BausteineVers, Strophe, ReimFachbegriffe der Lyrik
KompositaLiebesgedicht, Naturgedicht, Gedichtbandhäufig

Beispiele

Herkunft: von dichten

Gedicht ist eine Bildung zum Verb dichten, das auf althochdeutsch *tihtōn* zurückgeht und mit lateinisch *dictare* („vorsagen, diktieren“) verwandt ist. Ursprünglich war ein Gedicht ganz allgemein alles schriftlich Abgefasste – auch Prosa. Erst seit dem 18. Jahrhundert meint es fast nur noch Texte in Versen. Ein Vers ist eine Gedichtzeile, mehrere Verse bilden eine Strophe. Wer Gedichte verfasst, ist ein Dichter oder eine Dichterin. Interessant: Das Wort *Gedicht* hat nichts mit *dicht* zu tun, auch wenn Gedichte oft „verdichtete“ Sprache genannt werden – das ist ein beliebtes Wortspiel.

Muss sich ein Gedicht reimen?

Nein. Viele moderne Gedichte verzichten auf Reim und festen Rhythmus; man spricht dann von freien Versen.

Was ist der Unterschied zwischen Gedicht und Lied?

Ein Lied ist zum Singen gedacht und hat eine Melodie. Viele Gedichte wurden aber vertont, etwa von Schubert.

Quellen

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