Kamm: vom Haarkamm bis zum Gebirgskamm
Ein Kamm ist ein Gerät mit einer Reihe von Zinken zum Ordnen der Haare. Übertragen heißt so auch alles, was wie ein Kamm aussieht: der rote Fleischlappen des Hahns, ein Gebirgsgrat oder der Wellenkamm.
Ein Kamm gehört in jede Badtasche – doch das Wort reicht viel weiter. Überall, wo sich Spitzen in einer Reihe aufstellen, sieht das Deutsche einen Kamm. So hat der Hahn einen, das Gebirge und auch die Welle kurz vor dem Brechen.
- Gerät mit Zinken zum Frisieren. *Hast du einen Kamm dabei?*
- Roter Hautlappen auf dem Kopf von Hühnervögeln. *Der Hahn plusterte sich auf, sein Kamm leuchtete.*
- Oberste Linie eines Gebirges, Grat. *Wir wanderten den ganzen Tag auf dem Kamm.*
- Nackenstück vom Schwein oder Rind (Küche). *Zum Grillen nehmen wir Schweinekamm.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Kamm | maskulin |
| Genitiv | des Kamms / Kammes | beide korrekt |
| Plural | die Kämme | mit Umlaut |
| Verb | kämmen | kämmte, gekämmt |
| Komposita | Hahnenkamm, Wellenkamm, Läusekamm | häufig |
Beispiele
- Mit dem feinen Kamm kämmt man Läuse aus.Läusekamm – Alltag in Familien mit Schulkindern.
- Der Rennsteig ist ein berühmter Kammweg im Thüringer Wald.Kammweg = Wanderweg auf dem Bergkamm.
- In Österreich heißt der Schweinekamm meist Schopf.Regionale Fleischbezeichnung: Schopfbraten.
Redewendung: alles über einen Kamm scheren
Wer alles über einen Kamm schert, behandelt Verschiedenes gleich und urteilt pauschal: *Man darf nicht alle Autofahrer über einen Kamm scheren.* Die Wendung stammt wohl aus dem Handwerk von Barbieren und Schafscherern: Wer für alle Kunden denselben Kamm und dieselbe Schnittlänge nahm, ging nicht auf Unterschiede ein. Ähnlich bildhaft ist jemandem schwillt der Kamm – er wird wütend oder überheblich, wie ein Hahn, dessen Kamm sich bei Erregung aufrichtet.
Wie lautet der Plural von Kamm?
Die Kämme, mit Umlaut und Doppel-m.
Was heißt „ihm schwillt der Kamm“?
Er wird zornig oder eingebildet; die Wendung ist umgangssprachlich.