Kamerad – der Gefährte aus derselben Stube

Ein Kamerad ist ein Gefährte, mit dem man eine Aufgabe, ein Erlebnis oder eine Gemeinschaft teilt, besonders beim Militär, bei der Feuerwehr oder in Jugendgruppen.

Ein Kamerad ist mehr als ein Bekannter und weniger privat als ein Freund. Kameraden verbindet eine gemeinsame Aufgabe: der Dienst, der Einsatz, die Klasse. Kameradschaft entsteht nicht durch Sympathie, sondern dadurch, dass man sich aufeinander verlassen muss. Deshalb ist das Wort bei Soldaten und Feuerwehrleuten bis heute üblich.

Formen (n-Deklination)

FallSingularPlural
Nominativder Kameraddie Kameraden
Genitivdes Kameradender Kameraden
Dativdem Kameradenden Kameraden
Akkusativden Kameradendie Kameraden
Weiblichdie Kameradindie Kameradinnen

Beispiele

Herkunft: die gemeinsame Stube

Kamerad wurde im 16. Jahrhundert aus dem Französischen *camarade* entlehnt, das wiederum auf spanisch *camarada* zurückgeht. Dieses Wort bezeichnete ursprünglich eine Stubengemeinschaft, also Soldaten, die sich eine Kammer teilten – von spanisch *cámara* (Kammer, Zimmer). Ein Kamerad war damit wörtlich ein Zimmergenosse. Aus derselben lateinischen Wurzel *camera* stammt auch unsere Kamera: Die *camera obscura* war eine „dunkle Kammer“. Wegen seines Gebrauchs in Militär und Nationalsozialismus wirkt das Wort in manchen Zusammenhängen belastet; bei Feuerwehr und Rettungsdiensten ist es aber neutral.

Wie lautet der Dativ von Kamerad?

Dem Kameraden. Das Wort gehört zur n-Deklination.

Ist Kamerad dasselbe wie Kumpel?

Ähnlich. Kumpel ist umgangssprachlicher und lockerer, Kamerad betont die Gemeinschaft durch eine gemeinsame Aufgabe.

Quellen

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