Ein Irrer: Bedeutung, Grammatik und warum das Wort verletzt

„Irrer“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Menschen, der als verrückt oder unberechenbar gilt. Das Wort ist abwertend; als Beschreibung psychisch kranker Menschen gilt es als beleidigend.

Irrer ist ein substantiviertes Adjektiv: aus *irr* oder *irre* wird *der Irre*, *ein Irrer*. Im Alltag beschreibt es jemanden, der sich auffällig, gefährlich oder völlig unvernünftig verhält. Wer einen anderen „Irrer“ nennt, beschreibt nicht – er urteilt. Deshalb sollte man das Wort bewusst einsetzen.

Deklination

Fallmit „ein“mit „der“
Nominativein Irrerder Irre
Genitiveines Irrendes Irren
Dativeinem Irrendem Irren
Akkusativeinen Irrenden Irren
PluralIrredie Irren

Beispielsätze

Herkunft und Sprachgefühl

Das Adjektiv *irr(e)* bedeutete im Althochdeutschen „umherschweifend, vom Weg abgekommen“ – dieselbe Wurzel steckt in *irren*, *Irrtum* und *Irrweg*. Ein Irrer war also ursprünglich jemand, dessen Geist „vom Weg abkommt“. Begriffe wie *Irrenhaus* oder *Irrenarzt* galten im 19. Jahrhundert als normale Fachwörter; heute sind sie stigmatisierend. Neutral spricht man von psychisch erkrankten Menschen und von einer psychiatrischen Klinik. Mit einem Irrtum hat das Wort nur die Herkunft gemeinsam.

Ist „Irrer“ ein Schimpfwort?

Ja, meist. Als Beschreibung für einen psychisch kranken Menschen ist es beleidigend. Locker unter Freunden kann es auch bewundernd gemeint sein.

Wie dekliniert man „Irrer“?

Wie ein Adjektiv: ein Irrer, der Irre, des Irren, die Irren. Weiblich: eine Irre, die Irre.

Quellen

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