Heft: Schulheft, Zeitschriftenausgabe – und ein Griff

Ein Heft ist ein dünnes, gebundenes Bündel Papier zum Schreiben oder eine einzelne Ausgabe einer Zeitschrift. In älterer Bedeutung ist das Heft der Griff einer Klinge.

Jedes Schulkind kennt das Heft: liniert für Deutsch, kariert für Mathe. Doch das Wort ist älter als die Schulpflicht. Wer das Heft in der Hand hat, hält nicht unbedingt Papier – sondern die Kontrolle. Diese Wendung erinnert an eine ganz andere Bedeutung.

Formen und Wortfamilie

MerkmalFormHinweis
Genusdas Heftneutrum
Genitivdes Hefts / Heftesbeide korrekt
Pluraldie Hefte-e
Verbheftenmit Klammern oder Stichen verbinden
KompositaSchulheft, Matheheft, Heftklammer, Hefterhäufig

Beispiele

Redewendung: das Heft in der Hand

Die Wendungen das Heft in der Hand haben/behalten (die Kontrolle haben) und jemandem das Heft aus der Hand nehmen (ihm die Führung entreißen) stammen nicht aus der Schule. Gemeint ist das Heft im alten Sinn: der Griff eines Schwertes oder Messers. Wer ihn fest umfasst, beherrscht die Waffe. Dieses Heft gehört wohl zur Wortfamilie von *heben*: Es ist das, woran man etwas hält und hochhebt. Das Schreibheft dagegen kommt von *heften*: Die Seiten werden mit Faden oder Klammern zusammengeheftet.

Was ist der Plural von Heft?

Die Hefte. Für die kleinen Klammern sagt man Heftklammern, für das Gerät den Hefter oder Tacker.

Ist ein Heft dasselbe wie ein [Buch](/dictionary/buch)?

Nein. Ein Heft ist dünn, meist geheftet und weich; ein Buch ist dicker und gebunden.

Quellen

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