Griff: Was man anfasst und was man im Griff hat
Ein Griff ist der Teil eines Gegenstands, an dem man ihn hält, oder die Handbewegung des Zugreifens. Übertragen bedeutet „im Griff haben“ etwas kontrollieren.
Der Griff gehört zum Verb *greifen* und ist überall, wo Hände arbeiten: an Türen, Koffern, Messern und Pfannen. Wer sein Leben „im Griff“ hat, hält es so fest wie einen Koffer am Henkel. Gerade diese übertragenen Wendungen machen das Wort so häufig.
- Teil zum Festhalten. *Der Griff der Tasche ist abgerissen.*
- Bewegung des Greifens. *Mit einem Griff zog sie das Buch aus dem Regal.*
- Technik, Handgriff. *Der Arzt zeigte einen Griff zur Ersten Hilfe.*
- Kontrolle. *Die Regierung bekommt die Lage langsam in den Griff.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Griff | ein fester Griff |
| Genitiv | des Griff(e)s | die Form des Griffs |
| Plural | die Griffe | rutschfeste Griffe |
| Verb | greifen | nach etwas greifen |
| Kompositum | der Fehlgriff | ein teurer Fehlgriff |
Im Gebrauch
- Mit dem neuen Job hat er einen guten Griff getan.„Einen guten Griff tun“: eine gute Wahl treffen.
- Das war ein Griff ins Klo.Salopp, leicht derb: ein Fehlschlag.
- Sie hat ihre Nerven gut im Griff.„Etwas im Griff haben“: unter Kontrolle haben.
Redewendungen mit Griff
- etwas in den Griff bekommen – ein Problem lösen.
- im Griff haben – beherrschen, kontrollieren.
- einen Griff ins Klo tun – sich gründlich vertun (umgangssprachlich).
- mit wenigen Griffen – schnell und ohne Mühe; verwandt ist der Hebel, mit dem man noch mehr Kraft entfaltet.
- der Griff zur Flasche – Beginn von Alkoholmissbrauch; siehe auch Hand für weitere Handwendungen.
Was ist der Unterschied zwischen Griff und Henkel?
Ein Henkel ist ein gebogener Griff, etwa an einer Tasse. Griff ist das allgemeinere Wort.
Woher kommt „Kunstgriff“?
Gemeint ist ein geschickter Trick, mit dem man eine Schwierigkeit elegant löst.