Der Heilige Gral: Schale, Stein oder Mythos?

Der Gral ist ein geheimnisvolles, heiliges Gefäß der mittelalterlichen Sage, oft als Kelch des Abendmahls gedeutet. Im übertragenen Sinn ist ein „heiliger Gral“ ein begehrtes, schwer erreichbares Ziel.

Der Gral ist einer der großen Stoffe der europäischen Legende. In den Artus-Erzählungen ziehen Ritter aus, um ihn zu finden – und nur der Reinste darf ihn schauen. Der Gral ist das Ziel, das man sucht, gerade weil man es kaum erreichen kann. Heute nennen Journalisten jedes ersehnte Forschungsergebnis gern den „heiligen Gral“ ihres Fachs.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder GralMaskulinum
Genitivdes Grals / Gralesbeide möglich
Pluraldie Gralesehr selten
Personder Gralshüterauch übertragen
Wendungder heilige Gralfast immer mit Artikel

Gral im Satz

Ein Stein bei Wolfram

Das Wort stammt aus altfranzösisch *graal* „Schüssel, Schale“, vermutlich von mittellateinisch *gradalis*. Erstmals erzählt Chrétien de Troyes um 1180 davon. Bei Wolfram von Eschenbach ist der Gral im „Parzival“ überraschenderweise kein Kelch, sondern ein wundertätiger Stein. Richard Wagner griff den Stoff in „Lohengrin“ und „Parsifal“ wieder auf.

Was ist ein Gralshüter?

In der Sage ein Ritter, der den Gral bewacht; heute ironisch für jemanden, der eine Lehre oder Tradition eifersüchtig verteidigt.

Gibt es den Gral wirklich?

Er ist eine literarische und religiöse Überlieferung. Mehrere Kirchen besitzen Kelche, die als Gral verehrt werden, historisch belegt ist keiner.

Quellen

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