Tüte, Sackerl oder Säckli? Die Tragetasche aus Papier und Plastik
Eine Tüte ist ein Beutel aus Papier oder Kunststoff zum Verpacken und Tragen von Waren. Umgangssprachlich heißt auch eine Eiswaffel oder ein Joint so.
Beim Bäcker, im Supermarkt, an der Eisdiele: Die Tüte ist ein Alltagsding, über das man kaum nachdenkt. Dabei verrät sie, woher jemand kommt. Wer Tüte sagt, kommt meist aus Deutschland; in Wien heißt sie Sackerl. Und das Wort steckt in einer der bekanntesten Ablehnungsformeln des Deutschen.
- Beutel aus Papier oder Plastik. *Brauchen Sie eine Tüte?*
- Spitz gerollte Verpackung, Waffel. *Eine Kugel Erdbeer in der Tüte, bitte.*
- Umgangssprachlich: Joint. *Sie haben eine Tüte geraucht.*
- Ugs.: Alkoholtest-Röhrchen (veraltet). *Der Polizist ließ ihn in die Tüte blasen.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Tüte | feminin |
| Genitiv | der Tüte | unverändert |
| Plural | die Tüten | Endung -n |
| Diminutiv | das Tütchen | häufig |
| Komposita | Plastiktüte, Eistüte, Wundertüte, Schultüte | sehr häufig |
Beispiele
- Das kommt nicht in die Tüte!Umgangssprachlich: Auf keinen Fall, das lehne ich ab.
- Zum Schulanfang bekommen Kinder eine Schultüte.Brauch in Deutschland; in Teilen Österreichs und der Schweiz weniger verbreitet.
- Die Party war eine echte Wundertüte.Übertragen: voller Überraschungen.
Regionale Wörter
- Deutschland: *Tüte*; im Norden auch *Beutel*, in Teilen Süddeutschlands *Gugg* oder *Guck*.
- Österreich: *Sackerl*, etwa *Plastiksackerl* oder *Papiersackerl*.
- Schweiz: *Sack*, *Säckli* oder *Tragtasche*; *Tüte* versteht man, sagt es aber seltener.
- Das Wort stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutete ursprünglich ein spitz gedrehtes Papier – die Form, die heute noch die Eistüte hat. Ein Synonym im weiteren Sinn ist Sack.
Was heißt „kommt nicht in die Tüte“?
Das ist eine umgangssprachliche, entschiedene Ablehnung: auf keinen Fall.
Wie heißt Tüte in Österreich?
Sackerl.