Graben – Vertiefung im Boden und Grenze zwischen Lagern
Ein Graben ist eine lange, schmale Vertiefung im Boden, etwa zur Entwässerung oder Verteidigung; übertragen eine tiefe Kluft zwischen Gruppen.
Der Graben zieht sich als schmale Rinne durch Wiesen, Felder und Geschichte. Er leitet Wasser ab, schützt Burgen oder trennt Fronten. Wenn Politiker von einem „tiefen Graben“ sprechen, meinen sie keinen Spaten, sondern eine Spaltung der Gesellschaft. Klein geschrieben ist „graben“ das passende Verb.
- Rinne im Gelände. *Das Regenwasser fließt in den Graben am Feldrand.*
- Militärische Stellung. *Im Ersten Weltkrieg lagen die Soldaten monatelang im Schützengraben.*
- Geologie: abgesunkene Erdscholle. *Der Oberrheingraben ist ein bekanntes Beispiel.*
- Übertragen: Kluft. *Zwischen Stadt und Land wächst ein Graben.*
- Verb „graben“: Erde ausheben. *Die Kinder graben im Sand.*
Formen
| Form | Nomen | Verb |
|---|---|---|
| Grundform | der Graben | graben |
| Genitiv / Präsens (er) | des Grabens | er gräbt |
| Plural / Präteritum | die Gräben | er grub |
| Partizip II | – | gegraben |
| Perfekt-Hilfsverb | – | haben |
Beispielsätze
- Das Auto ist bei Glatteis in den Graben gerutscht.Alltäglich: Straßengraben.
- Wir haben den ganzen Tag im Garten gegraben.Starkes Verb: grub, gegraben.
- Ich treffe dich am Graben vor dem Café.Wien: Der Graben ist eine berühmte Straße der Innenstadt.
Regional und idiomatisch
- Wien: Die Straße „Graben“ folgt dem einstigen Graben vor der Mauer des römischen Lagers Vindobona.
- Schweiz: Der „Röstigraben“ bezeichnet scherzhaft die Sprach- und Mentalitätsgrenze zwischen Deutsch- und Westschweiz.
- Sprichwort: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“
Ist „graben“ ein starkes Verb?
Ja: graben – grub – gegraben, im Präsens „du gräbst, er gräbt“.
Was ist der Unterschied zwischen Graben und Grube?
Ein Graben ist lang und schmal, eine Grube eher rund oder rechteckig und tief.