Schnur: Faden, Kabel und „wie am Schnürchen“
Eine Schnur ist ein langes, dünnes, gedrehtes Band aus Fasern, mit dem man etwas bindet oder aufhängt. Umgangssprachlich meint das Wort auch ein Kabel, etwa am Telefon.
Schnur ist dicker als ein Faden und dünner als ein Seil. Man schnürt damit Pakete, hängt Wäsche auf oder angelt. Wenn alles „wie am Schnürchen“ läuft, klappt es reibungslos – wie bei einer Marionette an gut geführten Fäden. Kein Wunder, dass auch das Verb *schnüren* davon kommt.
- Dünnes, gedrehtes Band. *Sie band das Paket mit einer Schnur zu.*
- Umgangssprachlich: Kabel. *Die Schnur vom Bügeleisen ist zu kurz.*
- Angelschnur. *Der Fisch riss die Schnur ab.*
- Reihe aufgefädelter Dinge. *Sie trug eine Schnur Perlen um den Hals.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | die Schnur | Femininum |
| Plural | die Schnüre | mit Umlaut, seltener Schnuren |
| Diminutiv | das Schnürchen | in der Redewendung |
| Verb | schnüren | er schnürt, schnürte, hat geschnürt |
| Komposita | Angelschnur, Wäscheschnur, Schnürsenkel | Schnur als Grund- und Bestimmungswort |
Schnur im Satz
- Die Probe lief wie am Schnürchen.Redewendung: völlig ohne Störung.
- Er hat beim Feiern über die Schnur gehauen.Umgangssprachlich: Er hat übertrieben.
- Das Telefon hatte früher eine Schnur.Alltagssprache; das schnurlose Telefon verdrängte es.
Schnur, Faden, Seil
- Faden – sehr dünn, zum Nähen
- Schnur – mittelstark, zum Binden und Aufhängen
- Seil – dick und belastbar, zum Klettern oder Ziehen
- Kabel – elektrische Leitung; im Alltag oft einfach *Schnur* genannt
- Ein altes, heute vergessenes Homonym: *Schnur* hieß früher auch „Schwiegertochter“.
Was bedeutet „über die Schnur hauen“?
Über das Maß hinausgehen, etwas übertreiben, besonders beim Feiern oder Geldausgeben.
Wie lautet der Plural?
Üblich ist *die Schnüre*. Die Form *Schnuren* ist selten und wirkt altertümlich.