Was ist ein Gerücht? Gerede ohne sichere Quelle
Ein Gerücht ist eine Nachricht oder Behauptung, die von Mensch zu Mensch weitererzählt wird, ohne dass ihr Wahrheitsgehalt geprüft oder bestätigt ist.
Ein Gerücht verbreitet sich schneller als jede Pressemitteilung. Niemand weiß genau, wer es zuerst gesagt hat, aber alle haben es »irgendwo gehört«. Ein Gerücht braucht keine Beweise, nur Zuhörer. Deshalb kann es einen guten Ruf in wenigen Tagen zerstören.
- Unbestätigte Nachricht, die herumerzählt wird. *Es geht das Gerücht, dass die Firma verkauft wird.*
- Klatsch über Personen. *Über die beiden kursieren wilde Gerüchte.*
- Veraltet: Ruf, Leumund. *Er stand in üblem Gerücht.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | das Gerücht | neutral |
| Genitiv | des Gerüchts / Gerüchtes | beide üblich |
| Plural | die Gerüchte | Endung -e |
| Adjektiv | gerüchteweise | nur vom Hörensagen |
| Kompositum | Gerüchteküche | Ort, wo Gerüchte entstehen |
Beispiele
- Das ist doch nur ein Gerücht.Abwehrend: Die Aussage ist nicht belegt.
- Wer hat dieses Gerücht in Umlauf gebracht?Feste Wendung für das Verbreiten.
- In der Gerüchteküche brodelt es.Bildhaft: Es wird viel spekuliert.
Gerücht und rufen
Das Wort hat nichts mit *riechen* zu tun, auch wenn man sagt, etwas »riecht nach Gerücht«. Es kommt aus dem Niederdeutschen *gerüchte* und ist mit rufen und Ruf verwandt: Ursprünglich war ein Gerücht das Geschrei, mit dem man etwa einen Täter verfolgte. Das *-cht* statt *-ft* ist typisch norddeutsch, wie bei *Nichte* (zu älterem *Niftel*) oder *sacht* neben *sanft*. Verwandt in der Bedeutung sind Gerede und Klatsch.
Was ist der Unterschied zwischen Gerücht und Lüge?
Eine Lüge ist bewusst falsch. Ein Gerücht ist unbestätigt – es kann stimmen oder nicht.
Wie lautet der Plural von Gerücht?
Der Plural lautet die Gerüchte.