Was ist ein Gauner? Vom Falschspieler zum Ganoven

Ein Gauner ist ein Mensch, der andere durch List, Betrug oder kleine Gaunereien übervorteilt. Das Wort klingt weniger hart als „Verbrecher“ und wird oft auch scherzhaft gebraucht.

Der Gauner ist kein brutaler Räuber, sondern ein Schlaumeier mit krummen Absichten: Er schwindelt, trickst und betrügt. Ein Gauner nimmt einem das Geld nicht mit Gewalt, sondern mit einem Lächeln. Gerade deshalb sagt man es manchmal fast liebevoll – etwa zu einem Kind, das sich ein zweites Stück Kuchen erschlichen hat.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Gaunermaskulin
Genitivdes Gaunersmit -s
Pluraldie Gaunerunverändert
Feminindie GaunerinPlural: Gaunerinnen
AbleitungenGaunerei, gaunern, GaunerspracheGaunerei = Betrug

Beispielsätze

Herkunft aus dem Rotwelschen

Das Wort stammt aus dem Rotwelschen, der Geheimsprache von Fahrenden und Kleinkriminellen. Dort hieß *Joner* oder *Jauner* der Falschspieler, abgeleitet von *jonen* „spielen“. Die weitere Herkunft wird häufig in einem hebräischen Wort für „Grieche“ vermutet, weil Griechen im Mittelalter als geschickte Spieler galten – gesichert ist das nicht. Aus *Jauner* wurde im 18. Jahrhundert *Gauner*. Die Rotwelsch-Forschung nannte man daher auch Gaunersprache. Verwandte Wörter für ähnliche Typen sind Schurke, Ganove und Bandit – der Bandit ist allerdings gewalttätiger.

Ist „Gauner“ eine Beleidigung?

Es kann eine sein, wirkt aber milder als „Betrüger“ oder „Verbrecher“. Unter Freunden ist es oft scherzhaft.

Was ist der Unterschied zwischen Gauner und [Dieb](/dictionary/dieb)?

Ein Dieb nimmt heimlich fremdes Eigentum. Ein Gauner setzt eher auf Tricks und Täuschung.

Quellen

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