Börse oder Geldbörse? Der Markt und der Geldbeutel

Eine Börse ist ein organisierter Markt, an dem Wertpapiere, Rohstoffe oder Devisen gehandelt werden. Daneben bedeutet Börse auch Geldbeutel, besonders in der Zusammensetzung Geldbörse.

Wenn die Nachrichten melden, die Börse sei „eingebrochen“, ist kein Gebäude eingestürzt. Gemeint ist ein Markt, an dem täglich Aktien im Wert von Milliarden den Besitzer wechseln. An der Börse wird nicht mit Dingen gehandelt, sondern mit Erwartungen. Im Alltag steckt das Wort auch in der Hosentasche: in der Geldbörse.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Börsefeminin
Genitivder Börseunverändert
Pluraldie Börsenregelmäßig
Adjektivbörsennotiertan der Börse gehandelt
KompositaGeldbörse, Börsenkurs, TauschbörseMarkt oder Beutel

Beispielsätze

Herkunft: ein Gasthaus in Brügge

Der Name geht auf die flämische Handelsstadt Brügge zurück. Dort trafen sich im 15. Jahrhundert Kaufleute vor dem Haus der Familie *van der Beurse*, deren Wappen drei Geldbeutel zeigte. Der Familienname selbst kam vom mittellateinischen *bursa* (Ledersack, Geldbeutel). So verschmolzen der Geldbeutel und der Handelsplatz zu einem Wort. Auch *Börse* im Sinne von Portemonnaie stammt aus dieser Wurzel; in Österreich ist dafür auch *Geldtasche* üblich, in der Schweiz vor allem *Portemonnaie*. Wer an der Börse handelt, setzt Geld ein und trägt ein Risiko.

Was bedeutet „an die Börse gehen“?

Ein Unternehmen gibt erstmals Aktien aus, die öffentlich gehandelt werden (Börsengang).

Ist Geldbörse dasselbe wie Portemonnaie?

Ja. Geldbörse ist etwas förmlicher; im Alltag sagt man oft Portemonnaie, Geldbeutel oder kurz Börse.

Quellen

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