Feind oder Freund? Ein Wortpaar mit gemeinsamer Geschichte
Ein Feind ist jemand, der einem anderen feindlich gesinnt ist, ihn bekämpft oder schaden will; im Krieg auch die gegnerische Seite.
Ein Feind ist mehr als ein Gegner: Zwischen beiden steht nicht nur Wettbewerb, sondern Feindschaft. Sprachlich sind Feind und Freund Zwillinge – der eine hasste, der andere liebte. Beide Wörter waren ursprünglich Partizipien.
- Person, die einem schaden will. *Er hat sich viele Feinde gemacht.*
- Militärischer Gegner. *Der Feind rückte über den Fluss vor.*
- Übertragen: etwas Schädliches. *Zucker ist der Feind gesunder Zähne.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Feind / die Feindin | ein gefährlicher Feind |
| Genitiv | des Feinds / Feindes | die Pläne des Feindes |
| Plural | die Feinde / Feindinnen | alte Feinde |
| Adjektiv | feindlich | feindliche Truppen |
| Komposita | Erzfeind, Todfeind, Feindbild | ein gefährliches Feindbild |
Beispielsätze
- Viel Feind, viel Ehr.Altes Sprichwort; heute meist ironisch gebraucht.
- Ich bin ihm nicht feind.Gehoben: „feind“ als Adjektiv, kleingeschrieben, mit Dativ.
- Der Feind meines Feindes ist mein Freund.Bekanntes Sprichwort über Zweckbündnisse.
Herkunft: der Hassende
Feind geht auf althochdeutsch *fīant* zurück, ein Partizip Präsens zum Verb *fīēn* „hassen“. Ein Feind ist also wörtlich „der Hassende“. Genau so ist Freund entstanden: aus *friunt*, „der Liebende“.
Im Englischen lebt dasselbe Wort als *fiend* weiter, hat sich dort aber zu „Teufel, Unhold“ entwickelt. Für den neutralen Gegner im Sport oder Spiel benutzt man im Deutschen lieber Gegner oder *Rivale*.
Ist Feind dasselbe wie Gegner?
Nein. Ein Gegner steht auf der anderen Seite, etwa im Sport; ein Feind ist mit Hass oder Bedrohung verbunden.
Wie lautet die weibliche Form?
*Die Feindin*, Plural *die Feindinnen*.