Friseur oder Frisör? Das Handwerk mit Kamm und Schere
Ein Friseur ist ein Handwerker, der Haare schneidet, färbt und frisiert. Die Schreibung Frisör ist ebenfalls korrekt; in der Schweiz sagt man meist Coiffeur.
Zum Friseur geht man nicht nur für eine neue Frisur, sondern oft auch zum Reden. Das Wort Friseur sieht französisch aus, ist es aber nicht – Franzosen sagen coiffeur. Gebildet wurde es im Deutschen aus dem Verb *frisieren*.
- Handwerker für Haarschnitt und Frisur. *Mein Friseur schneidet seit zehn Jahren meine Haare.*
- Friseursalon (umgangssprachlich). *Ich war heute beim Friseur.*
- Theater- und Filmberuf. *Die Maskenbildnerin arbeitet eng mit dem Friseur zusammen.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Friseur | maskulin |
| Genitiv | des Friseurs | Endung -s |
| Plural | die Friseure | Endung -e |
| Feminin | die Friseurin / Friseuse | Friseuse wirkt veraltet |
| Varianten | Frisör, Frisörin | Duden-konform |
Beispiele
- Ich habe morgen einen Termin beim Friseur.Präposition: beim Friseur, zum Friseur.
- In Zürich gehe ich zum Coiffeur.Schweizer Standardwort.
- Die Friseurin hat mir zu kurze Ponyfransen geschnitten.Weibliche Form, heute üblich.
Scheinfranzösisch
Friseur ist ein sogenannter Pseudo-Gallizismus: Das Verb *frisieren* stammt vom französischen *friser* (kräuseln, locken), die Endung *-eur* wurde im Deutschen nach französischem Muster angehängt. Im Französischen bedeutet *friseur* höchstens jemanden, der Haare kräuselt; der Beruf heißt dort *coiffeur*. Die Schweizer haben dieses echte Wort übernommen. Die eingedeutschte Schreibung *Frisör* ist seit Langem zulässig und zeigt die Aussprache genauer. Ähnliches Scheinfranzösisch ist *Blamage* zu blamieren. Übertragen heißt *frisieren* übrigens auch manipulieren: *frisierte Bilanzen*, ein frisiertes Mofa.
Schreibt man Friseur oder Frisör?
Beides ist korrekt. Friseur ist häufiger, Frisör folgt der deutschen Aussprache.
Ist Friseuse beleidigend?
Nicht direkt, aber das Wort gilt als veraltet und wird manchmal abwertend empfunden. Üblich ist heute Friseurin.