Frau oder Dame? Bedeutung und Geschichte eines Grundworts
Eine Frau ist ein erwachsener Mensch weiblichen Geschlechts. Das Wort dient außerdem als Anrede („Frau Weber“) und kann die Ehefrau bezeichnen.
Frau ist heute das neutrale Wort für einen erwachsenen weiblichen Menschen und die übliche Anrede vor dem Nachnamen. Das war nicht immer so: Im Mittelalter war eine „frouwe“ eine Herrin von Stand, also eine adlige Dame. Erst später wurde das Wort für alle Frauen gebräuchlich.
- Erwachsener weiblicher Mensch. *Eine junge Frau fragte nach dem Weg.*
- Ehefrau, Partnerin. *Er stellte uns seine Frau vor.*
- Anrede. *Guten Tag, Frau Schneider.*
- Herrin (veraltet). *Unsere liebe Frau* – Bezeichnung für Maria.
Formen
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | die Frau | Femininum |
| Genitiv | der Frau | unverändert |
| Plural | die Frauen | |
| Diminutiv | das Fräulein | als Anrede veraltet |
| Komposita | Hausfrau, Ehefrau, Frauenarzt | Fugen-en |
Frau in Beispielsätzen
- Frau Dr. Keller hat heute Sprechstunde.Anrede mit Titel; im Brief „Sehr geehrte Frau Keller“.
- Meine Frau und ich kommen gern.„meine Frau“ = Ehefrau; in der Schweiz auch „meine Gattin“ (förmlich).
- Sie ist die erste Frau in diesem Amt.Neutral und sachlich.
Herkunft und Wandel
- Althochdeutsch *frouwa* war die weibliche Form zu *frō* „Herr“; dieses steckt noch in Fronleichnam („Leib des Herrn“).
- Das höfliche Gegenstück war lange Dame; heute klingt „Dame“ förmlicher oder altmodisch.
- Fräulein für unverheiratete Frauen gilt seit den 1970er-Jahren als überholt; Behörden verwenden es nicht mehr.
- Das Gegenstück zu Frau ist Mann.
Darf man noch „Fräulein“ sagen?
Als Anrede gilt es als unhöflich oder altmodisch. Jede erwachsene Frau wird mit „Frau“ angesprochen, unabhängig vom Familienstand.
Ist „Weib“ ein Synonym?
Früher ja, heute wirkt „Weib“ abwertend oder scherzhaft. Neutral ist nur „Frau“.