Ärmel: was man aus ihm schüttelt und hochkrempelt
Ein Ärmel ist der Teil eines Kleidungsstücks, der den Arm bedeckt, etwa bei Hemd, Pullover oder Jacke.
Der Ärmel ist ein unscheinbarer Teil der Kleidung, aber sprachlich ein echter Star. Ob am Hemd, an der Jacke oder am Pullover – er bedeckt den Arm vom Schultergelenk bis zum Handgelenk. Wer die Ärmel hochkrempelt, zeigt, dass er bereit ist, kräftig zuzupacken. Viele Redewendungen leben von diesem Bild.
- Armteil eines Kleidungsstücks. *Die Ärmel sind mir zu lang.*
- Übertragen in Wendungen. *Er hat die Lösung einfach aus dem Ärmel geschüttelt.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Ärmel | maskulin |
| Genitiv | des Ärmels | mit -s |
| Plural | die Ärmel | endungslos |
| Adjektiv | ärmellos, kurzärmelig, langärmelig | Schnittformen |
| Komposita | Ärmelschoner, Ärmelkanal | Bürosprache, Geografie |
Beispielsätze
- Er krempelte die Ärmel hoch und machte sich an die Arbeit.Wörtlich und übertragen: tatkräftig anpacken.
- So eine Rede schüttelt man nicht aus dem Ärmel.Etwas mühelos, ohne Vorbereitung hervorbringen.
- Im Sommer trägt sie gern ärmellose Kleider.Adjektiv: ohne Ärmel; Gegenteil: langärmelig.
Redewendungen und eine Meerenge
- Aus dem Ärmel schütteln – im Mittelalter waren Ärmel oft weit und dienten als Tasche; wer etwas brauchte, schüttelte es buchstäblich heraus.
- Etwas im Ärmel haben – einen Trumpf bereithalten, wie ein Falschspieler, der eine Karte im Ärmel versteckt.
- Ärmelschoner – Stoffhüllen für die Unterarme, die Büroangestellte früher trugen; daher abwertend für Bürokraten.
- Ärmelkanal – die Meerenge zwischen Frankreich und England heißt französisch *La Manche*, „der Ärmel“, wegen ihrer langen, schmalen Form. Das Deutsche hat den Namen übersetzt.
- Herkunft: Das Wort ist eine alte Verkleinerung von *Arm* (althochdeutsch *armilo*).
Wie lautet der Plural von Ärmel?
*Die Ärmel*, gleich wie der Singular.
Was bedeutet „kurzärmelig“?
Mit kurzen Ärmeln, etwa ein kurzärmeliges Hemd; daneben gibt es die Form *kurzärmlig*.