Serum: der klare Teil des Blutes – und ein Heilmittel

Serum ist die klare, gelbliche Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn Blut gerinnt. Das Wort bezeichnet auch Impf- und Heilseren sowie konzentrierte Pflegeprodukte in der Kosmetik.

Das Serum stammt aus der Fachsprache der Medizin, ist aber längst im Badezimmer angekommen. Ursprünglich ist es der flüssige Rest des Blutes, nachdem sich der Blutkuchen abgesetzt hat. Ein Heilserum leiht dem Körper Abwehrstoffe, die ein anderer Organismus bereits gebildet hat. Diese Idee hat die Medizin um 1890 verändert.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdas Serumneutrum
Genitivdes Serumsmit -s
Pluraldie Seren / die SeraSeren häufiger, Sera fachsprachlich
Adjektivserös„seröse Flüssigkeit“
KompositaBlutserum, Wahrheitsserum, Gesichtsserum

Beispiele aus Labor und Alltag

Ein Stück Medizingeschichte

Emil von Behring entwickelte gemeinsam mit Kollegen ein Serum gegen Diphtherie, eine damals für Kinder oft tödliche Krankheit. Dafür erhielt er 1901 den allerersten Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Das Prinzip der passiven Immunisierung – Antikörper werden von außen zugeführt – wird bis heute etwa bei Tetanus und bei Schlangenbissen genutzt.

Heißt es die Seren oder die Sera?

Beides ist korrekt. Seren ist im Alltag üblicher, Sera wirkt lateinisch und fachsprachlich.

Ist ein Serum dasselbe wie ein Impfstoff?

Nein. Ein Impfstoff regt den Körper an, selbst Antikörper zu bilden; ein Heilserum bringt fertige Antikörper mit.

Quellen

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