Eid: der feierliche Schwur vor Gericht und Gott
Ein Eid ist eine feierliche, rechtlich bindende Versicherung, dass eine Aussage wahr ist oder ein Versprechen eingehalten wird, etwa vor Gericht oder beim Amtsantritt.
Ein Eid ist mehr als ein Versprechen. Wer ihn leistet, setzt sein Wort und oft seinen Glauben zum Pfand. Ein Eid bindet nicht nur das Gewissen, sondern auch das Gesetz. Wer vor Gericht unter Eid lügt, macht sich strafbar.
- Feierliche Versicherung der Wahrheit. *Der Zeuge sagte unter Eid aus.*
- Feierliches Versprechen bei Amtsantritt. *Die Ministerin legte ihren Amtseid ab.*
- Berufliches Gelöbnis. *Ärzte berufen sich auf den Eid des Hippokrates.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Eid | maskulin |
| Genitiv | des Eid(e)s | beide üblich |
| Plural | die Eide | Endung -e |
| Verben | einen Eid leisten, schwören, ablegen | feste Verbindungen |
| Komposita | Meineid, Amtseid, Fahneneid | häufig |
Beispiele
- Er schwor einen heiligen Eid.Gehoben, feierlich.
- Sie wurde wegen Meineids verurteilt.Meineid = falscher Eid, eine Straftat.
- Ich nehme das auf meinen Eid.Bekräftigung, heute etwas altmodisch.
Eid und Eidgenossenschaft
Die Schweiz heißt offiziell Schweizerische Eidgenossenschaft. Der Name erinnert daran, dass sich die Gründungsorte durch Bündnisse unter Eid verbunden haben – der Überlieferung nach mit dem Rütlischwur von 1291. Ein Eidgenosse ist wörtlich ein »Schwurgenosse«. Das *Mein* in Meineid ist übrigens kein Possessivpronomen: Es kommt vom althochdeutschen *mein* »falsch, betrügerisch«. Ein ähnliches Wort ist der Schwur, der eher persönlich und weniger förmlich ist.
Was ist ein Meineid?
Ein bewusst falscher Eid, vor allem vor Gericht. In Deutschland wird er mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft.
Muss man beim Eid »so wahr mir Gott helfe« sagen?
Nein, in Deutschland ist die religiöse Formel freiwillig; man kann auch ohne sie schwören.