Mut oder Angst? Was das Wort wirklich bedeutet
Mut ist die Bereitschaft, trotz Angst oder Gefahr etwas zu wagen. Früher bedeutete das Wort allgemein Sinn, Gemüt und Stimmung.
Mut zeigt sich nicht dort, wo keine Angst ist, sondern dort, wo man sie überwindet. Mutig ist nicht, wer nichts fürchtet, sondern wer trotzdem handelt. Das Wort ist kurz, aber seine Geschichte ist erstaunlich lang.
- Bereitschaft, Gefahr auf sich zu nehmen. *Es braucht Mut, die Wahrheit zu sagen.*
- Zuversicht, Hoffnung. *Lass den Mut nicht sinken!*
- Stimmung (veraltet, in „zumute“). *Mir ist nicht zum Lachen zumute.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Mut | großer Mut |
| Genitiv | des Mut(e)s | ein Zeichen des Mutes |
| Plural | kein Plural | — |
| Adjektiv | mutig, mutiger, am mutigsten | eine mutige Entscheidung |
| Ableitungen | ermutigen, entmutigt, Übermut | Sie hat mich ermutigt. |
Beispiele
- Nur Mut, du schaffst das!Aufmunternder Zuruf, sehr gebräuchlich.
- Er musste sich erst Mut antrinken.Umgangssprachlich und leicht ironisch.
- Guten Mutes machten sie sich auf den Weg.Gehoben, mit altem Genitiv.
Der Mut, aber die Demut
- Alte Bedeutung: althochdeutsch *muot* hieß „Sinn, Gemüt, Seele“. Erst später verengte sich das Wort auf Tapferkeit.
- Erbe in Zusammensetzungen: Hochmut, Demut, Wehmut, Anmut und Großmut bewahren die alte Bedeutung „Gesinnung“.
- Wechselndes Genus: Es heißt *der* Mut, *der* Hochmut und *der* Übermut, aber *die* Demut, *die* Anmut, *die* Wehmut und *die* Großmut.
- Nahe Verwandte: salopp sagt man auch Mumm, wenn jemand Schneid zeigt.
Hat „Mut“ einen Plural?
Nein, Mut ist ein Abstraktum ohne Plural. Man sagt stattdessen etwa „mutige Taten“.
Was bedeutet „jemandem Mut machen“?
Jemanden ermutigen, ihm Zuversicht geben, damit er etwas wagt.