Drohung oder Warnung? Wo die Grenze verläuft
Eine Drohung ist die Ankündigung, jemandem Schaden zuzufügen, falls er nicht tut, was man verlangt. Übertragen bezeichnet sie auch eine drohende Gefahr.
Eine Drohung will Druck erzeugen: Wer droht, kündigt Nachteile an, um ein bestimmtes Verhalten zu erzwingen. Eine Warnung will schützen, eine Drohung will zwingen. Dazwischen liegt oft nur der Ton – und die Frage, wer den Schaden verursachen würde.
- Ankündigung eines Übels als Druckmittel. *Er setzte seine Drohung in die Tat um.*
- Bedrohliche Lage, Gefahr. *Über dem Tal hing die Drohung eines Unwetters.*
- Politisch: angekündigte Gegenmaßnahme. *Die Drohung mit Strafzöllen zeigte Wirkung.*
Formen und Wortfamilie
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Drohung | feminin |
| Genitiv | der Drohung | unverändert |
| Plural | die Drohungen | Endung -en |
| Verb | drohen (+ Dativ) | drohte, hat gedroht |
| Verwandt | Bedrohung, bedrohlich | bedrohen + Akkusativ |
Beispiele
- Sie drohte ihm mit einer Anzeige.drohen mit + Dativ: das angekündigte Übel.
- Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.Floskel aus Filmen, oft scherzhaft.
- Die Brücke droht einzustürzen.drohen + zu-Infinitiv: Gefahr ohne Absicht.
Drohen oder bedrohen?
- drohen steht mit Dativ: *Er droht dem Nachbarn.* Es kann auch unpersönlich sein: *Es droht Regen.*
- bedrohen steht mit Akkusativ: *Er bedroht den Nachbarn.* Es ist direkter und klingt ernster.
- Drohung ist die einzelne Äußerung, Bedrohung eher der Zustand: *eine Bedrohung für die Umwelt*.
- Recht – in Deutschland ist die Bedrohung mit bestimmten Taten nach § 241 StGB strafbar; wer mit einer Drohung etwas erzwingt, kann sich der Nötigung schuldig machen.
Wie lautet der Plural von Drohung?
Die Drohungen.
Ist jede Drohung strafbar?
Nein. Strafbar ist etwa die Bedrohung mit bestimmten Straftaten oder eine Drohung, mit der jemand zu etwas genötigt wird. Im Einzelfall entscheidet das Gericht.