Bettler: wer um Almosen bittet – Wort, Geschichte und Redensarten
Ein Bettler ist ein Mensch, der andere um Geld, Essen oder Hilfe bittet, weil er nicht für sich selbst sorgen kann; übertragen auch jemand, der ständig um etwas bittet.
Der Bettler gehört seit der Antike zum Bild jeder Stadt. Das Wort beschreibt einen Menschen in Not, der auf Gaben anderer angewiesen ist. Sprachlich ist der Bettler einfach jemand, der bittet – das Wort steckt schon darin. Heute wählen viele lieber Ausdrücke wie *Bedürftige* oder *Wohnungslose*, weil Bettler abwertend klingen kann. Übertragen nennt man auch jemanden so, der ständig um Gefallen bittet.
- Person, die um Almosen bittet. *Am Kirchentor saß ein Bettler mit einem Hut.*
- Bedürftiger, Armer (übertragen). *Nach dem Krieg war er ein Bettler.*
- Jemand, der aufdringlich bittet. *Die Kinder waren richtige Bettler, als es um Eis ging.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Bettler | maskulin |
| Genitiv | des Bettlers | Endung -s |
| Plural | die Bettler | unverändert |
| Feminin | die Bettlerin | Plural Bettlerinnen |
| Verb | betteln | bettelte, gebettelt |
Beispiele
- Viele Städte verbieten aggressives Betteln.Rechtliche Diskussion um das Verb betteln.
- Er lebte arm wie ein Bettler.Vergleich: sehr arm.
- Ich bin doch kein Bettler!Ausdruck verletzten Stolzes.
Herkunft und Wortfamilie
Bettler und betteln gehören zu *bitten*: Betteln ist ursprünglich ein wiederholtes, beharrliches Bitten. Im Mittelalter war Betteln teils geregelt und religiös angesehen; die Bettelorden wie Franziskaner und Dominikaner lebten bewusst von Spenden. In der Gegenwart steht Bettler im Wortfeld Armut neben neutraleren Begriffen; wer respektvoll schreiben will, prüft den Zusammenhang.
Ist Bettler ein abwertendes Wort?
Nicht grundsätzlich, aber es kann herablassend wirken. In Berichten wird oft von Menschen gesprochen, die betteln.
Was ist ein Bettelorden?
Ein Orden, dessen Mitglieder auf Besitz verzichten und von Spenden leben, etwa die Franziskaner.