Not: Mangel, Gefahr und eine sehr alte Verwandtschaft
Not bezeichnet einen Zustand großen Mangels, der Bedrängnis oder Gefahr. Wer in Not ist, braucht dringend Hilfe – materiell, seelisch oder körperlich.
Die Not gehört zu den ältesten Wörtern der deutschen Sprache und meint alles, was Menschen bedrängt: Hunger, Armut, Angst, Gefahr. Not ist kein englisches „nicht“, sondern der deutsche Bruder von „need“. Aus ihr leiten sich viele Wörter ab, etwa Notfall und Notruf.
- Mangel, Armut, Elend. *Nach dem Krieg herrschte große Not.*
- Gefahr, Bedrängnis. *Das Schiff war in Seenot geraten.*
- Sorge, Mühe. *Mit dem Umzug hatte sie ihre liebe Not.*
- Notwendigkeit (gehoben). *Ohne Not sollte man keine Schulden machen.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Not | in höchster Not |
| Genitiv | der Not | die Zeit der Not |
| Plural | die Nöte | seine Sorgen und Nöte |
| Adjektiv | nötig, notleidend | notleidende Familien |
| Komposita | Notausgang, Notlage | Bitte den Notausgang freihalten. |
So wird Not verwendet
- Zur Not schlafe ich auf dem Sofa.„zur Not“ = wenn es nicht anders geht; sehr häufig im Alltag.
- Wir haben die Prüfung mit Müh und Not bestanden.Feste Wendung: nur knapp, mit großer Anstrengung.
- Hilfe tut not.Heute meist „nottun“; die Verbindung ist gehoben.
Redewendungen
- Not macht erfinderisch – Mangel bringt Menschen auf neue Ideen.
- Aus der Not eine Tugend machen – das Beste aus einer schwierigen Lage machen.
- Not am Mann – dringend wird Hilfe gebraucht.
- In der Not frisst der Teufel Fliegen – im Notfall nimmt man auch Unbeliebtes an.
Ist Not mit englisch „need“ verwandt?
Ja. Beide gehen auf einen germanischen Stamm zurück; althochdeutsch hieß das Wort *nōt*, altenglisch *nēad*.
Schreibt man „Not leidend“ oder „notleidend“?
Beides ist erlaubt. Zusammengeschrieben wirkt es eher wie ein Adjektiv: *notleidende Menschen*.