Spiegel: Glas, das zurückwirft – und Wort mit vielen Bildern

Ein Spiegel ist eine glatte Fläche, meist beschichtetes Glas, die Licht zurückwirft und so ein Abbild zeigt. Übertragen steht das Wort für ein getreues Abbild oder den Stand einer Flüssigkeit.

Der Spiegel zeigt uns das eigene Gesicht, allerdings seitenverkehrt. Kein Gegenstand hat das Nachdenken über das Selbst so sehr geprägt wie der Spiegel. Im Deutschen reicht seine Bedeutung vom Badezimmer bis in Medizin und Literatur.

Formen

MerkmalFormBeispiel
Genusder Spiegel (maskulin)vor dem Spiegel
Genitivdes Spiegelsder Rahmen des Spiegels
Pluraldie Spiegelzwei große Spiegel
VerbspiegelnDas Wasser spiegelt den Himmel.
KompositaRückspiegel, Spiegelbild, Meeresspiegelüber dem Meeresspiegel

Beispielsätze

Herkunft und Kulturgeschichte

„Spiegel“ ist ein frühes Lehnwort aus dem Lateinischen: *speculum* (von *specere*, „schauen“) wurde zu althochdeutsch *spiegal*. Im Mittelalter hießen auch Lehr- und Rechtsbücher „Spiegel“, weil sie ein Vorbild zeigen sollten – der berühmte *Sachsenspiegel* aus dem 13. Jahrhundert ist ein Rechtsbuch. Daher stammt auch der Name des Narren *Till Eulenspiegel*, der den Menschen ihre Torheit vorführt.

Warum ist das Spiegelbild seitenverkehrt?

Genau genommen vertauscht der Spiegel vorn und hinten, nicht links und rechts. Wir deuten das als Seitenverkehrung, weil wir uns gedanklich umdrehen.

Was bedeutet „spiegelglatt“?

Extrem glatt, besonders bei vereisten Straßen: Das Eis glänzt dann wie ein Spiegel.

Quellen

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