Ast oder Zweig? Was einen Baum trägt – und Redewendungen dazu
Ein Ast ist ein vom Stamm abgehender, stärkerer Teil eines Baumes, an dem Zweige und Blätter wachsen; auch die Stelle im Holz, wo ein Ast saß.
Der Ast wächst aus dem Stamm eines Baums und teilt sich weiter in Zweige. Das kurze Wort steckt in vielen bildhaften Ausdrücken. Wer den Ast absägt, auf dem er sitzt, schadet vor allem sich selbst. Im Brett sieht man später den Ast als dunklen, runden Fleck, den Tischler je nach Geschmack als Makel oder als lebendige Maserung betrachten.
- Stärkerer Teil eines Baumes. *Die Kinder kletterten auf den untersten Ast.*
- Verwachsene Stelle im Holz. *Das Brett hat zu viele Äste für den Tisch.*
- Abzweigung (übertragen). *Ein Ast der Familie wanderte nach Amerika aus.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Ast | maskulin |
| Genitiv | des Ast(e)s | starke Endung |
| Plural | die Äste | mit Umlaut |
| Diminutiv | das Ästchen | klein, dünn |
| Adjektiv | astfrei, astig | Holzqualität |
Beispiele
- Der Sturm hat einen dicken Ast abgerissen.Konkrete Bedeutung.
- Die Firma ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast.Redewendung: Es geht bergab.
- Wir haben uns einen Ast gelacht.Umgangssprachlich: sehr gelacht.
Ast, Zweig und Redewendungen
- Ast ist dick und kommt direkt aus dem Stamm; ein Zweig ist dünner und sitzt am Ast.
- auf dem absteigenden Ast sein – sich verschlechtern.
- den Ast absägen, auf dem man sitzt – sich die eigene Grundlage zerstören.
- sich einen Ast lachen – sehr lachen (salopp).
- Das Wort ist uralt: althochdeutsch *ast*, verwandt mit griechisch *ózos* „Zweig“.
Wie lautet der Plural von Ast?
Die Äste, mit Umlaut.
Was bedeutet „auf dem absteigenden Ast“?
Dass es mit jemandem oder etwas bergab geht, etwa wirtschaftlich oder gesundheitlich.