Annahme: Vermutung, Zustimmung oder Paketschalter?

Eine Annahme ist zum einen eine Vermutung, die man für wahr hält, ohne sie bewiesen zu haben. Zum anderen bezeichnet das Wort das Entgegennehmen oder Akzeptieren von etwas, etwa einer Sendung oder eines Angebots.

Die Annahme ist ein Wort mit zwei Gesichtern. Wer eine Annahme trifft, vermutet etwas; wer die Annahme verweigert, schickt ein Paket zurück. Beide Bedeutungen kommen vom Verb annehmen – einmal nimmt man einen Gedanken an, einmal eine Sache. In Wissenschaft und Recht spielt das Wort eine große Rolle, weil jede Theorie auf Annahmen beruht.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Annahmefeminin
Genitivder Annahmeunverändert
Pluraldie Annahmenvor allem für Vermutungen
Verbannehmennahm an, hat angenommen
KompositaAnnahmestelle, GrundannahmeSchalter bzw. Basisvermutung

Beispiele im Kontext

Annahme an Kindes statt

Eine heute veraltete, aber in älteren Texten verbreitete Bedeutung ist die Annahme an Kindes statt – die Adoption. Das Bürgerliche Gesetzbuch verwendete diese Formulierung bis zur Reform von 1976; seitdem spricht das Gesetz von der *Annahme als Kind*. Im Alltag sagt man fast nur noch *Adoption*. Das zeigt, wie stark *annehmen* im Deutschen mit „bei sich aufnehmen“ verbunden ist: Man nimmt einen Gast, ein Geschenk oder eben ein Kind an.

Was bedeutet in der Annahme, dass?

Es bedeutet „weil ich glaubte, dass“. Meist folgt, dass sich die Vermutung als falsch herausstellte.

Hat Annahme einen Plural?

Ja: die Annahmen. Er wird vor allem für Vermutungen gebraucht.

Quellen

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