Was ist ein Amt? Behörde, Posten und Aufgabe
Ein Amt ist eine Behörde oder Dienststelle, aber auch eine öffentliche Position mit festen Aufgaben und Befugnissen, etwa das Amt des Bürgermeisters.
Das Amt begegnet einem im deutschen Alltag ständig – beim Standesamt, beim Finanzamt, beim Ordnungsamt. Ein Amt ist zugleich ein Ort, an den man geht, und eine Aufgabe, die jemand übernimmt. Wer ein Amt innehat, steht im öffentlichen Dienst oder in einem Ehrenamt.
- Behörde, Dienststelle. *Ich muss morgen aufs Amt.*
- Öffentliche Stellung, Posten. *Sie wurde im Amt bestätigt.*
- Aufgabe, Pflicht. *Es ist nicht mein Amt, das zu entscheiden.*
- Telefonamt, Leitung (veraltet). *Bitte geben Sie mir ein Amt.*
- Messe, Hochamt (katholisch). *Das Amt beginnt um zehn.*
Formen
| Form | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | das Amt | ein hohes Amt |
| Genitiv | des Amt(e)s | kraft seines Amtes |
| Plural | die Ämter | städtische Ämter |
| Adjektiv | amtlich | ein amtliches Schreiben |
| Komposita | Standesamt, Ehrenamt | im Ehrenamt tätig |
| Person | der Beamte / die Beamtin | im Staatsdienst |
Beispielsätze
- Das Paar heiratet am Freitag auf dem Standesamt.„auf dem Amt“ ist umgangssprachlich, formal „beim Standesamt“.
- Der Minister trat von seinem Amt zurück.Feste Wendung: von einem Amt zurücktreten.
- Die Polizei ermittelt von Amts wegen.Amtssprache: ohne Antrag, aus Pflicht.
Herkunft: ein keltisches Erbe
Amt ist eines der wenigen deutschen Alltagswörter mit keltischer Wurzel. Althochdeutsch *ambaht* „Dienst“ geht auf gallisch *ambactos* „Diener, Gefolgsmann“ zurück, das schon der römische Schriftsteller Caesar als Wort der Gallier überliefert. Über das Germanische gelangte es ins Deutsche, wo sich aus „Dienst“ die Bedeutung „öffentliche Aufgabe“ entwickelte. Verwandt sind *Beamter* (eigentlich „mit einem Amt Betrauter“) und das niederländische *ambacht* „Handwerk“. In Österreich und der Schweiz ist das Wort genauso geläufig; dort heißt die städtische Behörde oft Magistrat bzw. Amt der Stadt.
Wie lautet der Plural?
„die Ämter“, mit Umlaut.
Was ist ein Ehrenamt?
Eine unbezahlte Tätigkeit für das Gemeinwohl, etwa im Verein, in der Feuerwehr oder in der Kirche – ohne Büro und Gehalt, aber mit Verantwortung.