zielen: auf etwas anlegen, etwas bezwecken
Zielen heißt, eine Waffe, einen Ball oder den Blick genau auf einen Punkt zu richten. Übertragen bedeutet es, mit einer Äußerung oder Handlung etwas Bestimmtes zu bezwecken.
Bevor man trifft, muss man zielen. Das Verb ist eng mit dem Substantiv Ziel verwandt und beschreibt den Moment der Konzentration davor. Zielen ist der stille Augenblick zwischen Absicht und Treffer. Man zielt beim Darts, beim Elfmeter, mit der Kamera – und manchmal mit Worten, die jemanden ganz bewusst treffen sollen.
- Eine Waffe oder einen Gegenstand genau ausrichten. *Der Jäger zielte auf den Baumstumpf.*
- Übertragen: etwas bezwecken, auf etwas hinauswollen. *Worauf zielt deine Frage eigentlich?*
- Sich an jemanden richten. *Die Werbung zielt auf junge Familien.*
Konjugation
| Form | zielen | Hinweis |
|---|---|---|
| Infinitiv | zielen | schwaches Verb |
| Präsens (er) | er zielt | — |
| Präteritum | er zielte | regelmäßig |
| Partizip II | gezielt | auch Adjektiv: gezielt |
| Perfekt-Hilfsverb | haben | er hat gezielt |
Beispielsätze
- Sie zielte lange und traf genau in die Mitte.Konkreter Gebrauch, ohne Objekt möglich.
- Die Maßnahme zielt darauf ab, Energie zu sparen.Abzielen auf + Akkusativ ist sachlich und häufig in Berichten.
- Er warf gezielt in die linke Ecke.Gezielt = absichtlich und genau.
Präpositionen und Ableitungen
- zielen auf + Akkusativ: *auf die Scheibe zielen* – der übliche Gebrauch.
- zielen nach + Dativ: *nach dem Kopf zielen* – etwas seltener, betont die Richtung.
- abzielen auf: bezwecken; *Das Gesetz zielt auf mehr Transparenz ab.*
- gezielt: planvoll, genau; das Gegenteil ist *wahllos*.
- zielstrebig: wer seinen Plan beharrlich und ohne Umwege verfolgt.
Heißt es zielen auf oder zielen nach?
Beides ist korrekt. „Zielen auf“ ist häufiger; „nach“ betont die Richtung.
Ist zielen ein regelmäßiges Verb?
Ja: zielen, zielte, hat gezielt.